Dancing to Connect 2009 - The Fall of the Wall. Choreographien zum Mauerfall

Dancing to Connect 2009 - The Fall of the Wall. Choreographien zum Mauerfall

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Mauer im Kopf? Montagsdemonstration? Besserwessi und Jammerossi? In der Nacht vom 9. November auf den 10. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Eine 2008 veröffentlichte Studie der Freien Universität, in der über 5.000 Jugendliche aus ganz Deutschland zur DDR befragt wurden, hat ergeben, dass zwanzig Jahre nach diesem historischen Datum nur jeder zweite Schüler weiß, in welchem Jahr sie gebaut wurde. Zwei Drittel der Befragten erklärten, sie hätten in der Schule zu wenig oder gar nichts über den SED-Staat erfahren.

Das Projekt Dancing to Connect, das die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg und das Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis FIPP e.V. in Zusammenarbeit mit der New Yorker Battery Dance Company durchführte, setzte hier an: Hundert Schüler/innen aus Berlin und Brandenburg entwickelten in einwöchigen Workshops, die von Profitänzer/innen der New Yorker Battery Dance Company angeleitet wurden, eigene Choreographien zum Thema Mauerfall. Während des Projekts14- bis 20-jährig, waren sie 1989 noch gar nicht geboren, die DDR kennen sie lediglich aus Erzählungen.

Schüler/innen der Brandenburger Solar-Oberschule Beelitz, der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst und der Bildungseinrichtung Buckow e.V. arbeiteten mit Gleichaltrigen der Ernst-Reuter-Gesamtschule aus Berlin-Wedding und der Heinz-Brandt-Oberschule aus Berlin-Weißensee zusammen. So trafen Jugendliche aus Stadt und Land, Ost und West aufeinander. Das Leitmotiv von Dancing to Connect kam dabei zum Tragen: Tanzen, um einander zu begegnen – tanzen, um sich miteinander zu verbinden. Unter dem Titel „The Fall of the Wall“ wurden die Tanzperformances am 13.10.2009 im Nikolaisaal Potsdam, sowie am 15.10.2009 im Fontane-Haus am Wilhelmsruher Damm in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Uckermark Kurier sprach am 15.10.2009 von einem „Bühnenwerk, welches das Publikum gerührt habe.“ Der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck lobte das Projekt als einen „unkonventionellen“ Weg, „die Ideen des demokratischen Umbruchs in den Monaten der friedlichen Revolution an unsere Kinder weiterzugeben.“ Auch Holger Rupprecht, seinerzeit Bildungsminister, würdigte Dancing to Connect als „Chance“, „dass Jugendliche unterschiedlicher Herkunft über die universelle Sprache des Tanzes und der Musik und das gemeinsame Erarbeiten eines Projektes zueinander finden können.“
Die Märkische Allgemeine Zeitung zeigt sich am 15.10.2009 begeistert über die Schüler, deren Präsenz nach nur sechs Workshop-Tagen „sensationell mittig und ausdrucksstark“ war und die trotz ihres Laienstatus und „ohne Superbody“ ein „erstaunliches Körpergefühl“ bewiesen. Und in den Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 15.10.2009 „wünscht man sich, noch viel mehr von den Jugendlichen zu sehen“, denn deren Performance sei „großartig anzuschauen“.

Das Projekt wurde durch das Transatlantik-Programm der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Die Heinrich-Böll-Stiftung arbeitete hierbei in Kooperation mit dem Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis FiPP e.V.

 

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