Sabine Hornig

Sabine Hornig

Sabine Hornig, Rohkunstbau 2009

"Derzeit befindet sich der Vulkan (...) zwar in einem Zustand trügerischer Ruhe, er kann jedoch jederzeit wieder aufwachen, denn Vulkane sind unberechenbar. Vulkanologen wollen bereits Veränderungen des Untergrundes bemerkt haben, aber zu einem Ausbruch dieser Stärke (...), wird es wohl in den nächsten Jahren nicht kommen."
Walter L. Friedrich, Feuer im Meer, Spektrum Akademischer Verlag 2004

"An einer Stelle, wo man in die Bucht hineinsehen kann, in der laut Platon Metropolis verschwunden ist, liegt in einer Senke ein Müllberg. Immer wieder wird er von neuem angehäuft und umgegraben. Bunte und schwarze Säcke, Plastikflaschen, Büroartikel, Essensreste und Scherben mischen sich mit vulkanischer Asche und minoischen Gesteinsschichten."
Sabine Hornig

Sabine Hornig entwirft in ihren Installationen, Fotografien und Skulpturen komplexe Ideen von Raum. Mit wenigen reduzierten Architekturelementen wie Fenstern oder Türen schafft sie vielschichtige Reflexionen über ein Innen und Außen, Davor und Dahinter, Offen und Geschlossen – stets auch in einem metaphorischen Sinn. Aus Fragmenten von Wiedererkennbarem sind die Arbeiten aufgebaut, wobei es unerheblich ist, woher sie stammen. Viel mehr müssen sie mit dem jeweiligen Ausstellungsraum zusammenspielen. Doch stimulieren diese Bruchstücke von Bekanntem die Erinnerung, und im Betrachter setzt sich ein Bild zusammen, das aber sogleich zerbricht an dem Spiel von Abbild und Fiktion, von Transparenz und Undurchdringlichkeit. In diesen detailliert durchdachten Reflexionen geht es Hornig um die Wahrnehmung, die mit sehr unterschiedlichen Elementen gespeist wird und dabei nur schwer kognitiv entzifferbar ist.

Für Rohkunstbau installiert Hornig einen transparenten Vorhang, auf dem das Foto eines Abfallbergs zu sehen ist. Es ist eine Anhäufung von elektronischen Geräten wie Computer und Drucker, teilweise zertrümmert, die sich hier zu einem Berg auftürmen. Gleichzeitig erscheint das Bild, das den Schlossraum durchteilt, in seiner lichten Transparenz äußerst poetisch. Gleich einer Insel erwächst der Berg vor uns, und nicht zufällig ist auf einer zweiten Arbeit ein Müllhaufen zu sehen, der in der Bucht von Thera fotografiert wurde. Thera, das nach Platons Vorstellung der Ort gewesen sein soll, an dem das mythische Atlantis versunken ist.

Ausgewählte Einzelausstellungen
2009 Barbara Thumm Gallery, Berlin, Germany
2007 Landscape Negative, Cristina Guerra Contemporary Art, Lisbon, Portugal
2006 Gebilde, Tanya Bonakdar Gallery, New York, USA
2005 O Segundo Espaço, Centro Cultural de Belém, Lisbon, Portugal
2003 Project 78, Museum of Modern Art, New York, USA

Ausgwählte Gruppenausstellungen
2009 Leichtigkeit und Enthusiasmus, Kunstmuseum Wolfsburg, Germany
2008 INSIDE//OUTSIDE – Innenraum und Ausblick in der zeitgenössischen deutschen Fotografie, Museum Küppersmühle, Duisburg, Germany
2007 Made in Germany, Kestner-Gesellschaft Hannover, Germany
2006 Berlin/Tokyo – Tokyo/Berlin, Neue Nationalgalerie, Berlin, Germany
2006 Constructing New Berlin, Phoenix Art Museum, Phoenix, Arizona, USA

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