Thomas Scheibitz

Thomas Scheibitz

Thomas Scheibitz Rohkunstbau 2009

"So genau wie es geht, bei größtmöglicher Allgemeinheit"
Thomas Scheibitz

"Thomas Scheibitz setzt sich in seinem Werk korrespondierend mit den Bereichen Malerei und Bildhauerei auseinander. In beiden Disziplinen verdichtet er Momente aus der Kunst- und  Architekturgeschichte, der populären Kultur und Phänomenen des Alltags zu einer ganz eigenen Formensprache. Seine intensive Beschäftigung mit dem Thema Form verdankt sich auch einem sammelnden Blick, der Gegenwärtiges und Vergangenes binden kann, und in den intuitiven Lösungen seiner künstlerischen Arbeit eine Objektivierung findet. Eine gewissermaßen reflexive Geometrie, als Zeitgenossenschaft einen Assoziationsraum öffnend, dessen Grenzen das Werk selbst beschreibt. Die den Arbeiten erst später sorgsam gegebenen Titel beleben eine weitere Dimension und stimulieren eher den Möglichkeitssinn des Betrachters, als dass sie ihm Erklärung anbieten."
Oliver Kohlmann

Die künstlerische Welt von Thomas Scheibitz formt sich zwischen Extremen: kühle Farben, harte Formen und kristalline Strukturen, die dem Konstruktivismus zu entstammen scheinen, stoßen auf weiche, fast anrührende Elemente in offensiver Farbigkeit, die einer fantastischen Welt entsprungen sein könnten. Dabei arbeitet Scheibitz in allen Gattungen, ob Skulptur, Malerei oder Fotografie – und plündert die populäre Kultur und Kunstgeschichte gleichermaßen. Dafür sammelt er aus allen erdenklichen visuellen Quellen Bildfetzen, die aber nicht einer kohärenten Ordnung unterworfen sind. Es entsteht aus diesem Material vielmehr ein Bildvorrat zum Durchsurfen, ein organisches visuelles Lexikon zum Sampeln mit dem Ziel, eine eigene virtuelle Welt zu schaffen. Seine Arbeiten erzeugen einen Schnittpunkt zwischen einer rein visuell erlebten Außen- und einer Innenwelt, wobei sie sich einer eindeutigen, begrifflichen Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt entziehen.

Für Rohkunstbau erstellt Scheibitz eine hoch aufragende Säule, die den Besucher empfängt und ihm sogleich den herrschaftlichen Anspruch der Architektur nahebringt. Im nächsten Moment jedoch wird ihm der Zugang zum Hauptsaal verstellt. Eine Wand steht im Weg, die ihren Nutzen erst auf der Rückseite preisgibt: Ein großes Gemälde ist in sie eingebaut. In deutlichem Widerspruch zu dem herrschaftlichen Anspruch des historistischen Gebäudes und mit einer gewissen Chuzpe errichtet Scheibitz sein künstlerisches Feld in Marquardt. Dabei scheint die architektonische Oberfläche des märkischen Landschlosses auch in seine Auseinandersetzung mit skulpturalen Oberflächen eingeflossen zu sein.

Ausgewählte Einzelausstellungen
2009 Missing Link in Delphi, Tanya Bonakdar Gallery, New York, USA
2008 The Goldilocks Zone, Sprüth Magers Gallery, Berlin, Germany
2008 about 90 elements/TOD IM DSCHUNGEL, IMMA Irish Museum of Modern Art, Dublin, Ireland/Camden Arts Centre, London, UK/ Musée d’Art Moderne Luxembourg, Luxembourg
2005 German Pavilion (with Tino Sehgal), (51.) Biennale di Venezia, Venice, Italy
2001 BANNISTER DIAMOND, Stedelijk Museum, Amsterdam, Netherlands
2001 Ansicht und Plan von Toledo, Kunstmuseum Winterthur, Switzerland

Ausgewählte Gruppenausstellungen
2007 Multiplex: Directions in Art, 1970 to NOW, Museum of Modern Art, New York, USA
2007 The Artist’s Dining Room, Level 2 Gallery, Tate Modern, London, UK
2006 Von Richter bis Scheibitz: Deutsche Arbeiten auf Papier seit 1960 aus der Sammlung Kunstmuseum Winterthur, Winterthur, Switzerland
2005 An Aside, Camden Arts Centre, London, UK
2003 Pittura/Painting: From Rauschenberg to Murakami, Museo Correr, (50.) Biennale di Venezia, Venice, Italy

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