Rohkunstbau XVII. ATLANTIS II "Hidden Histories - Imagined Identities"

Rohkunstbau XVII. ATLANTIS II "Hidden Histories - Imagined Identities"

XVII. Rohkunstbau. ATLANTIS II "Hidden Histories - Hidden Identities"

In der Antike entspann sich unter den Philosophen Platon, Sokrates und Aristoteles ein Diskurs über egalitäre und elitäre Staatsideen entlang dem Modell des idealen Inselstaats Atlantis. Dieses Streitgespräch hat Rohkunstbau thematisch aufgenommen. Und so beschäftigte sich die Ausstellung in 2009 mit den egalitären Ideen des Aristoteles – demos – und nahm 2010 mit Atlantis II die elitären Staatsideen Platons – aristos – in den Blick.

Das Theorem des idealen Inselstaats ist über Jahrhunderte hinweg mit unterschiedlichsten philosophischen und politischen Gedanken zu Verlorenem und Wiedergefundenem, zu Identität und Freiräumen, zu Auflösung und erneuter Formung aufgeladen worden. Kreatives Spekulieren und imaginäre Entwürfe künftiger Welten haben den menschlichen Geist schon immer fasziniert. Aus derartigen Spekulationen kann sich die Vergangenheit nie ganz verflüchtigen. Sie wird stattdessen neu geschaffen, denn nur aus einer kontinuierlichen Wiederaufnahme von historischen Vorgängen in der Gegenwart kann die Zukunft entstehen.
In diesem zweiten Teil der ATLANTIS-Ausstellung liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Frage, wie diese Identitäten und das politische Selbstverständnis einer neuen europäischen Kultur in naher Zukunft aussehen könnten.

In seiner diesjährigen Sommersausstellung zeigt Rohkunstbau, das zum Inbegriff für zeitgenössische Kunst in Brandenburg geworden ist, zehn internationale Künstler, die sich für die XVII. Ausstellung mit dem Thema ATLANTIS II „Hidden Histories – Imagined Identities“ auseinandergesetzt haben. Die einzelnen Werke wurden dabei speziell für den Ausstellungsort konzipiert, was das Charakteristische von Rohkunstbau darstellt.

Rohkunstbau-Schirmherr Barroso hob in seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog „die besondere Resonanz von Medien und Publikum“ hervor und würdigte „die beeindruckenden Erfolge ehemaliger Rohkunstbau-Künstler“. Rohkunstbau sei „nicht nur ein fester Bestandteil der europäischen Kunstlandschaft, sondern es ist auch über die Grenzen unseres Kontinents hinaus ein Begriff geworden. Jedes Jahr schafft dieses Projekt eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung von herausragender Bedeutung.“

Am 4. Juli fand die Vernissage zum XVII. Rohkunstbau als Teil des Projekts ATLANTIS II, einer internationalen künstlerischen Zusammenarbeit zu Demokratie, Politikgeschichte und Identität, statt. Die Ausstellung war bis zum 12.09.2010 im Schloss Marquardt zu sehen.

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