Cathy de Monchaux

Cathy de Monchaux

Cathy de Monchaux Rohkunstbau 2010

"Das Haus erzählt mir vom Leben und Lieben der Menschen,
in einem Zustand prä-apokalyptischer Ekstase,
bevor ihre Menschlichkeit vom abstumpfenden sauren Sog des Konflikts zunichte gemacht wurde.
Verblasste Pracht, über die sich eine dunkle Verwirrung der Geister gelegt hat.
Erinnerungen, die man besser dem Vergessen überlässt, Geheimnisse, die man besser nicht zutage fördert.
Während sie nagend die Oberfläche unserer Gegenwart irritieren.
Auf dem Feld draußen rennen Einhörner durch die milde Luft.
Ihren Reitern fehlt jedes Selbstmitleid, während sie ihre Körper in den Morast rammen.
Sie wollen nur den teuren Kadaver am Leben halten,
kräftig genug, um die Seele aus dem lebenden Tod des Krieges zu tragen.
Um die Geschichte zu erzählen, die die Menschheit anscheinend nicht hören will.
Ich stelle mir eine Zukunft vor, aus der sich der Abdruck der Vergangenheit nicht mehr löschen lässt.
Oft findet meine Arbeit erst im letzten Moment zu einer Lösung, indem sie eine nervöse, verzweifelnde Hand
voll Farbe über ihre Oberfläche zieht, um den Fortschritt ihres Wachsens zu vollenden, anzuhalten.
Und ohne viel Erfolg meine Gedanken zu verbergen."

Cathy de Monchauxs Arbeiten leben von einer haptisch kontrastiven Materialästhetik. Wo die früheren Werke aus rotem Samt und kalten Metallschrauben, -klemmen und -spikes, beschrieben als „tailor-made fetishism“, ganz frontal auf Sexualität anspielen, sind die heutigen Werke subtiler, oft überzogen von weißen Pigmenten, die wie Ablagerungen, wie Nostalgie über allem liegen. Die Wandfriese in Augenhöhe wirken zart, fragil und verträumt. Beim näheren Hinsehen erst entdeckt der Betrachter, dass es sich um grausame Miniaturdarstellungen von ornamental aufgebauten Schlachtenszenen oder um überdimensionale, vernarbte Wunden handelt, die die Künstlerin so ästhetisch zu präsentieren weiß, dass das Gewaltsame hinter dem Spielerischen zurücktritt. Verletzungen und Schmerz werden in lieblich federleichte Zuckerdioramen verpackt. Trotzdem hinterlassen die Collagen mit ihrer Vielschichtigkeit und der verschlungenen Verspieltheit ein Gefühl von Wehmut und Trauer.

Cathy de Monchaux zeigt für Rohkunstbau vier skulpturale Installationen, welche sie teilweise hinter Glas montiert, um die von ihr empfundene Toxizität dieser Objekte von der Umwelt abzuschirmen – oder überschüttet sie mit weißen Pigmenten. In ihrer Schlachtenszene „sweetly the air flew overhead – battle with unicorns no. 9“ spiegelt sich ihre eigene Abscheu vor Krieg und Gewalt wider und sie dient gleichzeitig als Verweis auf Atlantis als eine kriegerische Nation. Die Fensterscheiben eines Raumes hat die Künstlerin mit weißer Farbe abgedunkelt, um sie im nächsten weit offen stehen zu lassen, damit dem Betrachter ganz neue Blickerlebnisse in den Park des Schlosses offenbar werden.

Ausgewählte Einzelausstellungen
2005 New Work, Charing X Gallery, London, UK
2000 Directions, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington D.C., USA
2000 Albright Knox Art Gallery, Buffalo, New York, USA
1999 Sean Kelly Gallery, New York, USA
1999 Mitchell-Innes and Nash Gallery, New York, USA
1997 Galerie Rudolfinum, Prague, Czech Republic
1997 Whitechapel Art Gallery, London, UK

Ausgewählte Gruppenausstellungen
2006 Printemps de Septembre 2006, Toulouse, France
2004 Skulptur Triennale, Frankfurt am Main, Germany
2003 Sweetly the Air Flew Overhead, The Damien B. Art Center, Miami, USA
2002 Material Matters, Norrköpings Museum, Norrköping, Sweden
1998 Turner Prize Shortlist Show, Tate Gallery, London, UK
1995 Féminin-Masculin, Centre Georges Pompidou, Paris, France

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