Oswaldo Maciá

Oswaldo Maciá

Oswaldo Macía, Rohkunstbau 2011

Die Arbeiten Oswaldo Maciás sprechen die Sinne an: Gerüche, Geräusche und visuelle Effekte rufen unbewusste Assoziationen und Reaktionen hervor. Dabei beschäftigt den Künstler die frage, wie äußere Einflüsse von jedem Einzelnen umgesetzt, transformiert werden, wie die Sinne sie aufnehmen und verarbeiten, so dass sie als Bilder, Informationen oder Botschaften wahrgenommen werden können. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Duftkomponente, die seinen Raum- und Klanginstallationen stets zugrunde liegt. Da die Reaktion auf Gerüche sensibler ist und diese intensiver aufgenommen werden als visuelle Reize. Die Stimulation der drei Sinne im Bereich der bildenden Kunst bildet die Basis seiner Arbeiten. Gezielt isoliert er Geräusche aus ihrem Kontext und zeigt beispielsweise in „Surrounded in Tears“ das Weinen Hunderter unterschiedlicher Personen aus verschiedenen Kontinentenbegleitet von dissonanten Klängen, die wie eine Symphonie der Trauer über dem Betrachter zusammenbrechen.

Für Rohkunstbau hat Oswaldo Maciá eine neue Raum- und Klanginstallation „Under the Horizon“ entworfen.
Maciás Arbeit benutzt skulpturtypische Konventionen und narrative Erwartungen. Ein Sockel hebt eine Badewanne auf Augenhöhe – ein Signal dafür, dass dieser Haushaltsgegenstand hier aus seinem in der Umgangssprache anklingenden Kontext entfernt wurde. Aus den Armaturen läuft eine schwarze Flüssigkeit, und zwar unbeaufsichtigt, so dass die Wanne überläuft. Aus dem schwarzen Badewasser steigt ein Duft auf, unvertraut und sprachlich alles andere als leicht auszudrücken. Dazu ertönen leise Wassergeräusche. Der Künstler präsentiert einen Kreislauf, nimmt Bezug auf die unaufhaltsamen Fluten des Rheins, der in seinen Tiefen das Rheingold verborgen hält – symbolisiert hier durch die undurchsichtige schwarze Flüssigkeit.
Maciá beauftragte den Parfümeur Ricardo Moya, ihm einen Duft zu kreieren, in dem das Wort „under“ anklingt, ein abstrakter Begriff, der seine Bedeutung stets aus dem Kontext bezieht. Will man den Titel der Installation begreifen und verstehen, was „unter dem Horizont“ bedeuten mag, muss der Betrachter sein Augenmerk einem Bereich zuwenden, der zwischen dem Unendlichen und dem Allgemeinen liegt. Die Gerade des Horizonts ist eine inkommensurable Größe, die man verwendet, um von einem Ort zum anderen zu navigieren; sie eine Linie, and er sich das Sehvermögen neu eichen kann.
Maciá beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie externe Stimuli, die wir aus der Welt erhalten, dank unserer Sinne in Bilder und Informationen übersetzt werden, wobei stets eine Vermittlung erfolgt durch die-Summe-all-dessen-was-wir-zu-wissen-meinen. „Under the Horizon“ bewegt sich weg von einem augenzentrierten Datenregister unserer Wahrnehmung und setzt auf den Geruchssinn, der die subjektiven Seiten der Erinnerung weckt – einerlei, ob nun strikt auf unserer eigenen Wahrnehmung gegründet oder aber aus indirekter Erfahrung übernommen.

Ausgewählte Einzelausstellungen
2010         Equilibrium, Espaivisor, Valencia, Spain
2008         Soufflé 1/11/08, The Gallery Sketch, London, UK
2007         Calumny|Dafur, Fri-Art, Fribourg, Switzerland

Ausgewählte Gruppenausstellungen
2011         Robert Mapplethorpe: Night Work, Alison Jacques Gallery, London, UK  
2009         Surrounded in Tears, Nuit Blanche 09, Toronoto, Canada
2008         Calumny|Tears, Musee D’Art De Joliette, Quebec, Canada
2007         Calumny, Marian Goodman Gallery, Paris, France
2006         Urp! Dieci posizioni tra pubblico e private, Cagliari, Italy
2005         X Jardin – Palazzo Franchetti, 51st Venice Biennale, Italy

0 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben