Ming Wong

Ming Wong

Ming Wong Rohkunstbau 2013

Der Videokünstler Ming Wong setzt sich in seinen Arbeiten mit gesellschaftskritischen Themen auseinander: Ausländerfeindlichkeit, Homosexualität, Ausgrenzung, Inzest sind die Themen, die immer wieder sein Oeuvre bestimmen. Er spielt mit Charakteren und Geschlechtern bekannter Filme und stellt deren Rollendarstellungen in Frage. Dazu arbeitet Ming Wong sich in jeden einzelnen der dargestellten Charaktere ein, kleidet, frisiert und schminkt sich wie der entsprechende Filmcharakter, um ihn dann in eigener Interpretation darzustellen. Dabei spricht er jeweils in der Sprache des Originalfilms, auch wenn er diese nicht beherrscht. Seine Arbeiten sind daher zweifach untertitelt, in der Originalsprache und Englisch. Dadurch löst er Sprachbarrieren auf und hinterfragt, interpretiert und entlarvt Geschlechterrollen oder hebt diese teilweise ganz auf. Überzogen tauchen seine Charaktere entweder an den Originalschauplätzen (Tod in Venedig), oder in diesen nachempfundenen Kulissen, auf. Mit (un)gewollter Komik oder bitterböser Satire führt er das gesamte Szenarium ad absurdum.

Ming Wong bildet Schichten cineastischer Sprache, sozialer Struktur und Identität durch seine Wiedererzählung des Weltkinos. Er "fehl-besetzt" sich und andere absichtlich in den Re-Interpretationen ikonischer Filme und Vorstellungen und spielt oft diverse Rollen in einer Fremdsprache. Während er sich durch visuelle Stile und Tropen solch berühmter Regisseure wie Fassbinder, Wong Kar-wai, Visconti, Pasolini, Douglas Sirk, Ingmar Bergmann, Polanski etc. durcharbeitet, erwägt Wongs Praxis die Mittel, die durch die Subjektivität und geografischen Orte in Filmen konstruiert werden.

In seiner Arbeit „Making Chinatown“ bearbeitet er den Film „Chinatown“ von Roman Polański, der in der Tradition des Film Noir steht: Korruption, Intrigen, Mord, Betrug, Verrat und Inzest – der Film arbeitet alle moralisch verwerflichen Themen ab – und findet in Ming Wongs Interpretation eine ganz neue Darstellungsweise. Das Motiv des Inzest, das auch ein zentrales Thema von Wagners „Walküre“ ist, zeigt sich erst zum Schluss des Filmes als Schlüssel der Eingangshandlung. Im Gegensatz zu Wagner wird hier jedoch die Handlung des Films geprägt von Hass und Macht und nicht von der Liebe, die bei Wagner zu der inzestuösen Vereinigung der Geschwister Siegmund und Sieglinde führt.

Einzelausstellungen (Auswahl)
2013 Me in Me, Shiseido Gallery, Tokyo, Japan
2012 Making Chinatown, REDCAT, Los Angeles, USA
2011 Persona Performa, Performa 11 at the Museum of the Moving Image, New York, USA
2011 Ming Wong’s CYCLORAMA, Vitamin Creative Space, Guangzhou, China
2011 Life Of Imitation, Hara Museum of Contemporary Art, Tokyo & Frye Art Museum, Seattle Washington, USA
2011 Devo partire. Domani, Villa Romana, Florence, Italy
2010 Kontakthope, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin, Germany
2009 Life of Imitation, Singapore Pavilion, 53rd Venice Biennial, Italy

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2012 Liverpool Biennial, UK
2011 Berlin 2000-2011: Playing among the ruins, Museum of Contemporary Art Tokyo, Japan
2011 based in berlin, Atelierhaus Monbijoupark, Berlin, Germany
2011 Rollenbilder |Rollenspiele, Museum der Moderne Salzburg, Austria
2011 Singapore Biennial
2010 Gwangju Biennial, South-Korea
2010 Sydney Biennial, Cockatoo Island, Sydney, Australia
2010 The Fate of Irony, KAI10, Düsseldorf, Germany

0 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Neuen Kommentar schreiben