Philipp Fürhofer

Philipp Fürhofer

Ming Wong Rohkunstbau 2013

Philipp Fürhofers Arbeiten verbinden das malerische und skulpturale Element perfekt miteinander. Auch als Bühnenbildner großer Opernproduktionen gefragt, entwickelt er immer wieder neue Arbeiten, welche die verschiedensten Medien miteinander verbinden; ob Glasmalerei, leuchtende Hinterglasboxen oder skulpturale Elemente aus Acryl oder Metall. Der Künstler spielt mit Licht, Form, Farbe und Material und überschreitet dabei immer wieder in seiner spielerischen Leichtigkeit die Grenze vom Abstrakten zum Figurativen. Sein inhaltlicher Fokus bewegt sich zwischen aktuellem politischen Geschehen, dem Klimawandel und den dadurch verursachten Veränderungen in der Natur, der Auseinandersetzung mit der Technik und immer wieder Themen aus der Opernwelt.

Dieses findet sich auch in den Arbeiten für Rohkunstbau umgesetzt. Drei Arbeiten hat Philipp Fürhofer ausgewählt für das Thema „Moral“: "Freischütz, 224 Watt", "Akt II/4, 285 Watt" und "Wolfsschlucht, 326 Watt”. Die drei Lichtkästen aus gebogener Spionspiegelplatte stehen nebeneinander im Raum. Die Titel spielen auf die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber an, die von einem moralisch verwerflichen Teufelspakt handelt.Um seine Geliebte zu gewinnen, geht der Jäger Max einen Pakt mit dem Teufel ein, wird aber am Ende doch noch gerettet und bekommt seine Braut. Die Moral siegt hier letztendlich doch über die Versuchung und am Ende herrscht Gerechtigkeit statt Vergeltung. Richard Wagner war von dieser Oper so beeindruckt, dass er selbst beschloss, Komponist zu werden.

Der Betrachter und die Betrachterin entscheiden selbst, von welchem Standpunkt aus er/sie das Objekt und das aufleuchtende Motiv sehen will, mit Licht oder ausgeschaltet. Er/Sie kann durch selbstständiges Einschalten der Lichtquellen durch den Spionspiegel hindurch eine Landschaft als Schattenrisse erzeugen lassen, die sich aber gleichzeitig im Auflösungsprozess zu befinden scheinen, als würde die Malerei und die verwendeten Materialien durch die Hitze erzeugenden Lampen schmelzen und selbst verbrauchen. Die von Opern inspirierten Werktitel unterstreichen die Theatralik , die nur im Verlauf zu erfassende Inszenierung der Dinge. Das Einschalten des Lichtes hat Folgen, aber keine der sichtbaren Realitäten scheint fassbar, weder die durch die Spiegelkrümmung verzerrten Reflexionen des umgebenden Raumes, nicht das leuchtende und auslöschbare Motiv noch die Alltagsgegenstände wie Buntstifte, Kabel oder Glühbirnen die sich zwischen den Spiegeln vervielfältigen und dem Eigenleben des Objektes unterworfen sind...

Einzelausstellungen (Auswahl)
2012 Breakthrough, Bayerisches Nationalmuseum, Munich, Germany
2011 Hitzefrei, Galerie Carolyn Heinz, Hamburg, Germany
2010 Ich weiß was du nicht siehst, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, Germany
2010 Plastic Romanticism, Grantpirrie Gallery, Sydney, Australia
2009 Life is out there, NotFair Gallery Milan und Pinacoteca Brera, Milan, Italy

Gruppenausstellungen (Asuwahl)
2012 Auktionsausstellung der Hamburgischen Kulturstiftung, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, Germany
2011 Between appropriation and intervention, Kunstverein Kristiansand, Norway
2010 Enlightenment, L40, Berlin, Germany
2010 Festival des Beaux Arts, Galerie Sabine Knust und Pinakothek der Moderne, Munich, Germany

Bühnenbilder (Auswahl)
2011 Eugen Onegin, De Nederlandse Opera Amsterdam, Netherlands
2013 Die Passagierin, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Germany
2013 Les vepres Sicilennes, Royal Opera House Coventgarden, London, UK

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