Elke Silvia Krystufek

Elke Silvia Krystufek

Elke Silvia Krystufek, Rohkunstbau 2013

In vielen ihrer Arbeiten findet sich Elke Silvia Krystufek selbst wieder, ob in den frühen sexuell provozierenden Performances oder in späteren Zeichnungen. Zumeist war sie Gegenstand ihrer Arbeiten. Dabei geht es der Künstlerin nicht um das Schockieren oder darum, Tabus der Gesellschaft zu durchbrechen. Vielmehr setzt sie sich mit den festgesetzten Vorstellungen unserer Zeit und Gesellschaft auseinander. Normative Analysen sowie die Frage nach der Identität bestimmen den Inhalt ihrer Arbeiten. Portraits von Künstlern, Schauspielern, modernen Ikonen oder fiktiven Charakteren finden sich in ihren Werken ebenso wie immer wieder das Selbstportrait.

Für Rohkunstbau hat sie auf Zeichnungen zurückgegriffen, die sich thematisch in das Thema »Moral« des »Ring-Zyklus« eingliedern. »How long does it take to make a painting? How long does it take to start loving someone?« fragt sie in ihrer Arbeit »You do not want to be one of those Picabias you say«, auf der sich ein nackter Mann (Akt des britischen Künstlers Duncan Grant) in Denkerpose von den Betrachtern wegdreht, während der Maler Stanislaw Ignacy Witkiewicz mit verzweifeltem Ausdruck ins Leere starrt. Fragen, die niemand beantworten kann, geprägt von gesellschaftlichen Normen und Moralvorstellungen — dürfen wir schnell jemanden lieben? Oder ist das alles nur oberflächlich? Wann ist ein Bild fertig? Ist ein I-Phone heute wichtiger als zwischenmenschliche Beziehungen? Dem stellt die Künstlerin ein Portrait der Warhol-Muse Edie Sedgwick entgegen, eines der ersten It-Girls unserer Zeit und Popartikone. Nach kurzer Berühmtheit kam der Fall in die Drogensucht, gefolgt vom frühen Tod. Das Scheitern an den moralischen Ansprüchen der Gesellschaft bzw. der Verstoß all derer, die die Grenzen überschreiten, findet sich in Krystufeks Arbeiten genauso wie in Wagners »Walküre«.

You do not want to be one of those Picabias you say«
(...) Das Thema Moral wird von Elke Silvia Krystufek im Rohkunstbau als komplexe Hinterfragung von Machtstrukturen sowohl auf Bildebene und als auch der durch einzelne Akteure im Kunstbetrieb gesetzten kunst- und künstlerInnenfeindlichen Handlungen dargestellt (...)

Einzelausstellungen (Auswahl)
2013 Harmonie 26, Salon Jirout, Berlin, Germany
2012 Harmonie 5, Galerie Nicola von Senger, Zurich, Switzerland
2013 Harmonie 8, Le Confort Moderne, Poitiers, France
2011 Locals and Immigrants, Galerie Susanne Vielmetter, Los Angeles
2011 Harmonie 3, The Box Gallery, Los Angeles, USA
2009 The female gaze at the male or unmale man, Galerie Meyer-Kainer, Vienna, Austria

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2013 Good Girls, Muzeul National De Arta Contemporana, Bukarest, Ruomania
2013 Das schwache Geschlecht-Neue Mannsbilder in der Kunst, Kunstmuseum Bern, Switzerland
2012/13 Der nackte Mann, Ludwig Museum, Budapest, Hungary
2012/13 nackte männer von 1800 bis heute, Leopold Museum, Vienna, Austria
2012/13 Self-Portrait, Louisiana Museum of Modern Art, Louisiana, Denmark

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