Dancing to Connect - Dabei sein ist alles

Dancing to Connect - Dabei sein ist alles

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Ob in der Schule, im Beruf, mit Freunden oder der Familie - dabei sein ist alles. Es fühlt sich einfach gut an, dazuzugehören. Wer dauerhaft gestärkt und unterstützt wird, lebt nicht nur gesünder, sondern ist auch eher bereit, auf andere zuzugehen. Die Demokratie lebt davon, dass wir sie auf gleicher Augenhöhe mitgestalten. Kritikfähigkeit und eine konstruktive Streitkultur gehören dazu, denn ohne Gegenwind lernt man nicht, seine Meinung durchzusetzen und Unsicherheiten auszuhalten. Wer nie gegen den Strom schwimmt, kriegt keine Muckis! Manchmal passt die eigene Frisur, Meinung oder Hautfarbe nicht in das, was andere als „Normalität“ bezeichnen. Frisuren und Meinungen kann man ändern, Hautfarben nicht. Eine zunehmende soziale Ungleichheit bricht tiefe Furchen in unsere Gesellschaft, die überbrückt werden wollen. Welchen Preis muss man heutzutage zahlen, um dazuzugehören?

Das Projekt „Dancing to Connect“, das die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in Zusammenarbeit mit den New Yorker Tanzensembles „Battery Dance Company“ und „Drastic Action“ durchführte, möchte dazu beitragen, diese Brücken zu errichten. Unter dem Motto „Inklusion und Exklusion“ haben Jugendliche der Potsdamer Goethe-Schule und der Voltaireschule, des Marie-Curie-Gymnasiums Wittenberge, der Oberschule Wittenberge und der Freiherr-von-Rochow-Schule in Pritzwalk in einer harten Probewoche eigene Tanzchoreographien entwickelt. Unterstützt wurden sie dabei von professionellen Tänzern und Tänzerinnen aus Deutschland, den USA, Südafrika, Japan, Barbados oder Frankreich.

In zwei öffentlichen Aufführungen in Wittenberge (01.07.2010) und Potsdam (03.07.2010) wurden die Ergebnisse zusammen mit Performances der internationalen Gäste einem breiten Publikum vorgestellt.
Die teilnehmenden Schüler/innen brachten ganz unterschiedliche Erwartungen und Erfahrungen in das Projekt ein. Manche wollten einfach tanzen (lernen), viele wünschten sich als Ergebnis auch neue Bekanntschaften und einen stärkeren Zusammenhalt der beteiligten Gruppen, sowie ein erweitertes Selbstbewusstsein. Auch die Auseinandersetzung mit dem Thema „Inklusion und Exklusion“ war auf keinem einheitlichen Stand. Während die einen sich noch nicht viel darunter vorstellen konnten, brachten andere sensible eigene Erfahrungen von Ausgrenzung oder Beobachtungen aus ihrem Umfeld mit. In einem jedoch waren sich alle einig: Sie erhofften sich neue Erlebnisse und viel Spaß von der Workshop-Woche.

Die begeisterten Rückmeldungen der beteiligten Pädagog/innen und Künstler/innen spiegelten diesen Spaß und die Schaffensfreude wider, mit denen die Gruppen ans Werk gingen und gemeinsam ein Erlebnis für sich und ihr Publikum schufen. In einer Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg würdigte außerdem der damalige Bildungsminister Holger Rupprecht das Tanzprojekt als Chance für Jugendliche, sich über ihre eigene Rolle in der Gesellschaft klar zu werden. „Es geht um Themen wie die Entwicklung von Standpunkten, die Definition sozialer Bindungen und der Umgang mit den Herausforderungen einer globalisierten Welt“, so Rupprecht. Von der tänzerischen Umsetzung dieser Themen wurde auch das Publikum derart mitgerissen, dass es „beinahe das Atmen vergessen“ hätte und „jeder Gruppe heftigen Applaus beschert“, lobte die MOZ am 03.07.2010.

 

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