Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben – Lesung mit Marianne Birthler

Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben – Lesung mit Marianne Birthler

Marianne Birthler liest aus ihren Erinnerungen vorUrheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. All rights reserved.

Die Erinnerungen an ein bewegtes Leben in zwei deutschen Staaten bestimmten den Abend mit Marianne Birthler. In der Alten Neuendorfer Kirche in Potsdam-Babelsberg las sie Passagen aus ihrem kürzlich erschienenen Buch „Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben.“ Vor dem Hintergrund des 25-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution lies Marianne Birthler die Zuhörer/innen vor allem an ihren Erinnerungen an die Zeit vor der Wende teilhaben und beschrieb in der einstündigen Lesung z.B., wie sie empfand, als Freunde und Bekannte entschieden aus der DDR auszureisen, sprach von ihren manchmal auch zwiespältigen Wahrnehmungen und Gefühlen während dieser Zeit und wie sie sich in Kirchenkreisen und der Opposition organisierte. Aus ganz persönlicher Perspektive erzählte sie von Beziehungen, flocht immer wieder kleine Anekdoten ein, die sowohl frohe Momente als auch persönliche Enttäuschungen zum Gegenstand hatten und ordnete die jeweiligen Textpassagen in das Zeitgeschehen ein.

Die Besucher/innen der Veranstaltung warfen im Anschluss noch einige Fragen auf, nach der Rolle der Kirche z.B. und thematisierten, warum die Wende eine friedliche Revolution blieb. Der Blick richtete sich auch schnell auf die Auswirkungen des eigenen politischen Engagements auf das Privatleben, auf Familie, Freizeit und Schule. Es wurde diskutiert, welche Konsequenzen die oppositionelle Einstellung von Eltern in der DDR für die Kinder hatte und inwiefern die nachkommenden Generationen von der friedlichen Revolution und der Wende beeinflusst sind. Frau Birthler gewährte einen Einblick in ihr Leben und damit auch ein Stück weit in die Geschichte Brandenburgs, in einem halben und einem ganzen Land.

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