Nach dem Willkommen das Bleiben

Nach dem Willkommen das Bleiben

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Nach dem Willkommen das Bleiben - Herausforderungen für die ehrenamtliche Unterstützung Geflüchteter in den Kommunen

Tagungsdokumentation

Mit etwa 40 Gästen widmete sich am Samstag, 14. November 2015, die Tagung „Nach dem Willkommen das Bleiben“ den Herausforderungen, die für die Kommunen Brandenburgs durch die Aufnahme von der großen Zahl an Geflüchteten entstehen. Dabei ging es der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg insbesondere auch um die Schaffung von Perspektiven zum Bleiben und der Integration von Geflüchteten in den Kommunen. Geladen waren sowohl Wissenschaftler/innen, die über die Perspektiven für die Integration in den Kommunen und den Möglichkeiten von Willkommensinitiativen informierten, sowie ehrenamtlich und kommunal Tätige, die über die konkreten Herausforderungen in der Arbeit mit Geflüchteten berichteten. Zum Abschluss gab Ursula Nonnemacher, die für die Grünen im Brandenburger Landtag sitzt, der aktuellen Situation einen politischen Rahmen.

„Nicht nur Unterbringen, auch zum Ankommen motivieren“

Der Titel „Nach dem Willkommen das Bleiben“ umschreibt den zentralen Ansatz der Tagung. Denn auch, wenn das Thema Flucht und Asyl derzeit weiterhin wie kein anderes Thema die gesellschaftlichen und politischen Debatten prägt, geht es darin zumeist um die Herausforderungen für die Unterbringung und die Versorgung der Geflüchteten in Kommunen. „Es geht uns aber noch vielmehr um die Schaffung von Perspektiven zum Bleiben, der Integration von Geflüchteten in unseren Kommunen und zur Etablierung von etwas, das mit dem Wort Willkommenskultur unscharf umrissen ist“, führte Simone Klee von der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in das Thema ein.

Das Projekt CUCHA (Cultural Challenges – Fairness und Verantwortung für unsere Kommunen) setzt an diesem Punkt an und fokussiert auf die längerfristigen Perspektiven von Menschen in Brandenburg. Konkretes Ziel des Projektes ist dabei die Stärkung und Gestaltung einer lokalen Willkommenskultur für die Kommunen Brandenburgs. Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg möchte lokale Initiativen unterstützen und eine langfristige Willkommenskultur vor Ort ermöglichen, die verbunden ist mit einem offenen und diskriminierungsfreien Stadtklima. Die Willkommensinitiativen und lokalen Bündnisse sind dabei mit ihren ehrenamtlichen Helfer/innen die zentralen Akteure, die sich für das Ankommen und das Aufnehmen von Geflüchteten vor Ort stark machen und die sich auch gegen populistische und rassistische Bewegungen stellen.

Die Tagung, so Klee, solle auch diskutieren, wie Politik und Verwaltung bessere Unterstützung für die ehrenamtlich Engagierten bieten kann und auf welche Herausforderungen Engagierte in der Unterstützung Geflüchteter treffen.

„Zuwanderung ist keine neue Erfahrung“

„Deutschland ist ein erfahrenes Einwanderungsland“ – mit diesem Statement begann Prof. Dr. Karen Schönwälder ihren Vortrag zu den Perspektiven für die Integration Geflüchteter in den Kommunen. Seit 1954 seien viele Zuzüge nach Deutschland zu verzeichnen und besonders zu Beginn der 90er Jahre gab es hohe Einwanderungszahlen aufgrund des Jugoslawienkrieges und des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Auch die Migration von sogenannten Spätaussiedler/innen gehört zu diesen Zahlen. „Zuwanderung ist wirklich keine neue Erfahrung“, betonte Schönwälder erneut, als sie das Wort „Integration“ erwähnt und gleich hinzufügt, dass über diesen Begriff bereits in den 70er Jahren diskutiert wurde.

„Die Zuwanderung in den 90er Jahren zeigt, dass Deutschland ein Land ist, das sehr wohl viel Zuzug verarbeiten kann“, fasste Schönwälder die ersten fünfzig Jahre der Wanderungsbewegungen zusammen. Und auch heute sieht die Politikwissenschaftlerin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften eine generelle Öffnung für Vielfalt in der Politik, die zurückgeht auf einen politischen und gesellschaftlichen Wandel hin zu einer liberaleren Einwanderungspolitik, die in Großteilen auch von der CDU vertreten werde. War zunächst der Fokus auf Assimilation gesetzt, also eine Anpassung der Zuzügler/innen an deutsche Verhältnisse, verschob sich dieser zunehmend auf die Programmatik „Vielfalt tut gut“ – so sagte der damalige Bundespräsident Christian Wulff 2006: „Deutschland – mit seinen Verbindungen in alle Welt – muss offen sein gegenüber denen, die aus allen Teilen der Welt zu uns kommen.“

Inwieweit Städte auch bereits heute die Vielfalt als Chance für ihre Entwicklung sehen, wurde in einer aktuellen Befragung von städtischen Akteuren in den 20 größten Städten Deutschlands erhoben. Dabei wurden sowohl Politiker/innen, als auch gesellschaftlich Tätige befragt, wie etwa Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung oder von Caritas. 90 Prozent der Befragten nennen eine positive Wirkung von Vielfalt auf ihre Stadt – die Stichworte ‚Wirtschaftliche Belebung‘ und ‚mehr Arbeitskräfte‘ fallen dabei genauso wie ‚mehr Toleranz‘ und ein ‚offeneres Stadtklima‘. „Vielfalt wird als wahrgenommener Alltag beschrieben“, erklärte Schönwälder die Umfrageergebnisse. „Dabei bezieht sich die Vielfältigkeit nicht nur auf Einwanderung, sondern etwa auch auf die soziale Ebene und das Alter.“ Diese breite Akzeptanz der Vielfalt in der eigenen Stadt sei eine gute Voraussetzung auch für eine Inkorporation einer hohen Anzahl von Geflüchteten in den Kommunen. Mit Inkorporation beschreibt die Politikwissenschaftlerin die Möglichkeiten von Teilhabe, Empowerment und Anerkennung von Einwanderer/innen. Auf kommunaler Ebene gebe es viele Gestaltungsspielräume für die Integration von Geflüchteten – auch wenn die grundlegenden Gesetze bundesweit beschlossen werden, wie etwa das Asylrecht. Die Kommunen könnten als Arbeitgeber, in der Verwaltung, Raumordnung und Kulturpolitik Signale setzen und die Willkommenskultur aktiv gestalten. So könne eine aktive Kulturpolitik auch viele Teilhabemöglichkeiten für Migrant/innen schaffen. Das Empowerment beziehe sich besonders auf die politische Beteiligung, nicht nur in Wahlen, sondern eine aktive und vielfältige Mitarbeit. „Besonders hier gibt es aber noch besondere Vorbehalte“, sagte Schönwälder. So gebe es die Befürchtung, dass Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund mit angenommenen „anderen Werten“ die Politik und damit die Stadt verändern könnten. Eine Befragung des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften aus dem Jahr 2014 zeigt jedoch, dass die politischen Schwerpunkte und Ziele für die eigene Stadt sich zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in den wesentlichen Punkten kaum unterscheiden. Besonders bei den Bereichen Arbeit, Soziales, Bildung und Finanzen entsprechen sich die Einschätzungen und Ziele für die Städte unter den Befragten.

Zum Schluss ihres Vortrages betont Karen Schönwälder noch einmal ihre zwei Hauptthesen. „Wir wissen also, dass es Migration schon lange gibt und auch gut ausgehalten werden kann. Und wir wissen, dass Kommunen viel leisten können. Manche gehen hier schon mit großen Schritten gut voran“, so Schönwälder. Besonders wichtig sei hier die gelebte Akzeptanz von Migrant/innen und damit auch die sichtbare Präsenz – sei es in Ämtern, kulturellen oder sozialen Einrichtungen. Und auch das Wahrnehmen in der Öffentlichkeit sei ein wichtiger Punkt. „Das kann auch ein kleiner Schritt sein, wie dass der Bürgermeister bei einer religiösen Feier vorbeikommt. Das zeigt eine zunehmende Anerkennung und ist für die Menschen sehr wichtig“, sagte Schönwälder.

In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere kritisiert, dass die Befragungen allesamt in großen deutschen Städten durchgeführt wurden und der Schwerpunkt dadurch insbesondere auf West-Deutschland lag. Vielen Teilnehmenden fehlte daher der ‚ostdeutsche Bezug‘ für mittlere und kleinere Städte. „Mit einem Anteil von 5,2 Prozent an Menschen mit Migrationshintergrund in Brandenburg gibt es hier weniger Gewohnheit an Vielfalt“, kritisierte eine Teilnehmerin. Ein weiteres Problem sei die fehlende Rechtssicherheit, die sich auch auf die Anerkennung auswirke. „Wenn eine Unsicherheit bei den Menschen besteht, können auch keine langfristigen Entscheidungen gefällt werden“, führte ein Teilnehmer an. Schönwälder stimmte zu und sprach davon, dass die Befähigung zum eigenen Handeln erst durch die Rechtssicherheit gegeben werde. „Wir müssen den Menschen auch eine Perspektive geben und eine Zukunft. Und das ist für uns alle sehr wichtig.“

Willkommensinitiativen in Brandenburg.  Eine Bedarfsanalyse

„Wir müssen mehr kommunizieren“

Auch wenn derzeit viel von den großen Herausforderungen bei der Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten gesprochen wird, zeigt sich darin auch eine enorme Hilfsbereitschaft von ehrenamtlich Tätigen, die sich vielerorts in Willkommensinitiativen und lokalen Initiativen organisieren. Für das Aktionsbündnis Brandenburg hat Dr. Judith Vey vom Institut für Protest und Bewegungsforschung eine Kurzstudie im März und April 2015 durchgeführt, um die Arbeit der Willkommensinitiativen zu evaluieren und den Unterstützungsbedarf, den die Initiativen selbst haben, zu identifizieren. Dazu wurden leitfadengestützte Interviews und Gruppengespräche mit Bewohner/innen von Flüchtlingsunterkünften, Heimmitarbeiter/innen, Vertreter/innen von Initiativen für Geflüchtete und Mitarbeiter/innen vom Flüchtlingsrat und anderen professionalisierten Strukturen der Flüchtlingsunterstützung durchgeführt. Um ein breites Bild zu erhalten, wurde dabei nicht nur ein Fokus auf die größeren Städte oder die berlinnahe Umgebung gelegt, sondern es wurden insbesondere auch kleinere Städte und Kommunen untersucht.

Bei der Befragung zeigte sich, dass sich die Bedürfnisse von Geflüchteten auch bei gleichen Rahmenbedingungen sehr unterscheiden und diese sich stark auf ihre bisherigen Erfahrungen, ihr derzeitiges Umfeld und ihre Lebenssituation beziehen. Vey stellte zwei Typen von Bedürfnissen der Geflüchteten vor: Zentrale längerfristige Bedürfnisse, wie etwa Arbeitsperspektiven, Familiennachholung, Auszug aus den zentralen Unterkünften und in Wohnungen, Selbstständigkeit und Rechtssicherheit, die Vey in ihrer Gesamtheit als zentralen Tätigkeitsbereich der Sozialen Arbeit beschreibt; sowie kurzfristige, alltagsbezogene Bedürfnisse, wie Sprachkurse, Kinderbetreuung, Orientierung und Information, die die Sozialwissenschaftlerin als Tätigkeitsfelder für Initiativen einordnet. In der Realität sehe das allerdings mancherorts anders aus: „Derzeit übernehmen viele Ehrenamtliche die Tätigkeiten von angestellten Sozialarbeiter/innen, weil diese oft mit den Verwaltungs- und Bürokratieaufgaben in den Unterkünften betreut sind“, kritisiert Vey. Dies ergebe sich, wenn Heimleitungen selbst überlastet sind und dann die Sozialarbeiter/innen die Bürotätigkeiten mit übernehmen. Für die eigentliche soziale Arbeit bleibe dann keine Zeit.

„Ehrenamtliche arbeiten sich oft an den Strukturen ab und erhalten wenig Unterstützung durch den Staat. Aber auch die Sozialarbeiter/innen können ihre eigene Arbeit nicht mehr gut ausführen“, sagt Vey. „Hier besteht auf struktureller Ebene großer Handlungsbedarf.“ Sie empfiehlt, bei der Überprüfung von Unterbringungsmöglichkeiten bereits auch auf die lokale Struktur zu schauen und den Zugang zur Öffentlichkeit, zu Ärzt/innen und eben auch einer Teilhabe und Mobilität für die Geflüchteten zu gewährleisten. Die Schaffung von Begegnungsräumen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Initiativen, der Heimleitung und dem Landkreis seien hier der zentrale Punkt, um zukünftig die Unterbringung von Geflüchteten gemeinsam besser zu gestalten. „Das ist eine der größten Herausforderungen: die Kommunikation“, sagte Vey. „Es ist sehr wichtig, dass auch viel miteinander gesprochen wird.“

„Damit die Hilfe da ankommt, wo sie gebraucht wird“

„Als Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung“, erklärt Jörg Bindheim mit einem Schmunzeln die rechtlichen Umstände für die Unterbringung der Geflüchteten. Und wird danach gleich wieder ernst: „Wir hatten mit dem Integrationskonzept von Potsdam im Jahr 2008 eine gute Grundlage: Stadtnahe Unterbringung, Sozialbetreuung, eigene Wohnung“, listete der Koordinator für Flüchtlingsfragen der Stadt Potsdam auf. „Aber da wurde mit 25-30 Menschen pro Jahr gerechnet.“ Für dieses Jahr mit den gestiegenen Zahlen an Geflüchteten gehe das Integrationskonzept nicht mehr auf – „leider“, wie Bindheim mehrfach betont und von „Übergangslösungen“ für die 2.000 Menschen spricht, die Potsdam zugeteilt wurden und nun vorerst teilweise in Leichtbauhallen untergebracht werden. Potsdam habe derzeit nur einen Wohnungsleerstand von 0,5 Prozent, neue Wohnungen und Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete zu finden sei eine schwierige Aufgabe. „Wir haben über 70 Standorte geprüft und wir haben derzeit viele Unterkünfte mit unterschiedlicher Qualität“, erklärte Bindheim die aktuelle Unterbringungssituation in Potsdam. Geflüchtete würden derzeit in festen Gebäuden, ehemaligen Schulen und auch in Containern wohnen. Ist eine neue Unterkunft geplant, fänden im Vorfeld zwei Gespräche mit den Anwohner/innen statt. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien dann meist von Hilfeangeboten und Aufnahmewillen geprägt, sagte der Koordinator. „Leider gibt es aber auch Ausnahmen“, fügte er hinzu und deutete die Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte an, die auch an manchen Standorten in Potsdam existieren. „Aber hier muss man den unsäglichen Begriff einer ‚Welle‘ auch in Bezug setzen“, holte Bindheim aus. „Wenn es eine Welle gäbe, ginge die uns noch nicht mal zum Knöchel. Wir arbeiten an der Situation und wir brauchen vielleicht auch einen Moment, um damit klarzukommen. Aber das ist alles gut zu schaffen und das werden wir auch.“

Für die Integration in Potsdam biete die Stadt einiges, so Bindheim. Potsdam bezahlt 200 Stunden an Deutschunterricht, um eine Grundverständigung für die Geflüchteten zu ermöglichen, und hat den Schlüssel für Sozialarbeit von 1:120 (Sozialarbeiter/innen auf Geflüchtete), wie er vom Bund bezahlt wird, freiwillig auf 1:60 aufgestockt. Bisher gibt es fünf Willkommensklassen, weitere seien in Planung. Die Stadt hat das „Bündnis für Arbeit“, um eine zukünftige Integration in Arbeit zu ermöglichen, und die Online-Plattform Helpto-Potsdam gegründet (http://potsdam.helpto.de).Auf dem „Flüchtlings-Hilfe-Portal“ wird das große ehrenamtliche Engagement gebündelt und Bedürfnisse und Engagement werden direkt zusammengebracht. Denn am Anfang sei die Verwaltung von Potsdam quasi von Hilfsbereitschaft „überrannt“ worden, so Bindheim. Das Problem sei dann die Zeitintensität für die Abfertigung von Spenden und Hilfsleistungen gewesen. Potsdam habe daraufhin eine Stelle speziell zur Kommunikation und Vernetzung von Verwaltung, Heimen und Hilfsinitiativen geschaffen. Damit die Hilfe auch da ankomme, wo sie gebraucht wird.

Bindheim kritisierte, dass der Fokus derzeit zu stark auf der Unterbringung selbst liege und nicht auf den Perspektiven der Menschen, die hier bleiben wollen. „Es geht uns hier auch um Empowerment, um die Menschen zu befähigen, dass sie sich hier in Potsdam zurechtfinden und sich beteiligen können“, sagte Bindheim. „Menschen brauchen Perspektiven. Und die müssen ihnen auch gegeben werden.“

Potsdam habe da viel Glück, gab Christiane Witt, die Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte von Teltow-Fläming, zu Bedenken. Als „reichere Stadt“ könne sich Potsdam die freiwillige Aufstockung des Betreuungsschlüssels leisten. Dies sei für Landkreise, in denen keine weiteren Mittel freigegeben werden, nicht möglich. „Bei einem Schlüssel von 1:120 ist keine gute Sozialarbeit möglich“, sagte Witt und kritisiert zugleich die fehlende Anerkennung von Engagement. „Die Ehrenamtlichen sind oft die einzige Hilfe, die die Menschen erhalten. Und da fehlt dann oft die Anerkennung des Ehrenamts.“ Auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen verwies auch Uwe Fröhlich vom Landesverband der Grünen in Brandenburg. „Wir brauchen auch Fortbildung für die Helfenden, sonst kommt es schnell zum Helfersyndrom oder zum Burn-Out“, sagte Fröhlich.

Integration: Arbeitsmarkt und Sprache

„Auch Flüchtlinge sind eine Zielgruppe der Arbeitsagentur“

Um die Perspektiven für Geflüchtete geht es auch Monika Kadur, der Leiterin des Projektverbunds „BleibNet pro Quali (BpQ)“. Ihr Fokus liegt auf der Arbeitsmarktintegration im Flächenland Brandenburg und den Möglichkeiten für Geflüchtete. Hierzu erläuterte sie zuerst die verschiedenen Rechtsstatus von Geflüchteten, da diese über die Arbeitserlaubnis für die Geflüchteten entscheiden. Kadur nennt drei Aufenthaltsstatus „Aufenthaltsgestattung“ bei laufenden Asylverfahren, „Duldung“ bei einem abgelehnten Asylverfahren und eine „befristete Aufenthaltserlaubnis“ bei einer positiven Asylentscheidung. Dabei entscheidet grundsätzlich die Ausländerbehörde über eine Beschäftigungserlaubnis, die auch ein Arbeitsverbot erteilen kann, wenn beispielsweise der sogenannten „Mitwirkungspflicht“ nicht entsprochen wird.

Aber auch wenn eine Arbeitserlaubnis für die Asylsuchenden gewährt wird, ist eine Arbeitssuche schwierig. Denn grundsätzlich gilt die Vorrangprüfung laut §39 der „Verordnung über die Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern“. Hiernach muss bei jeder Arbeitsstelle vor der Einstellung eines Asylsuchenden geprüft werden, ob nicht eine gleichqualifizierte Person mit deutschem Pass oder eine Person aus dem EU-Ausland verfügbar ist. „Was dann quasi oft einem Beschäftigungsverbot gleicht“, kritisiert Kadur. „Besonders, wenn fehlende Dokumente und Qualifikationen als unüberwindbare Hürde angesehen werden.“

Um Geflüchtete dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, müsste noch einiges geändert werden. Ein erster Schritt sei hier etwa, dass die Ausbildungsförderungen im Jahr 2016 auch für Geduldete freigegeben werden. Eine verbesserte Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Berufsabschlüssen wäre eine weitere Möglichkeit, um die Chancen von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, genauso wie eine Einstiegsqualifizierung zur Vorbereitung auf eine Ausbildung und einfachere Wege für Praktika und Schulbildung. „Wir müssen uns dann fragen: Was wollen wir eigentlich? Wollen wir, dass die Leute nachhaltig arbeiten? Dass sie integriert sind? – Dafür müssen wir aber auch was tun“, fordert Kadur.

„Auch wir müssen interkulturell lernen“

Bildung und Soziale Teilhabe – das sind für Claudia Löwenberg zentrale Punkte für eine Integration von Menschen. „Die Volkshochschulen sind dabei als kommunale Zentren für interkulturelles Lernen zu sehen und stehen für eine ganzheitliche Bildungsarbeit“, so Löwenberg vom Brandenburgischen Volkshochschulverband. Und die Gewährleistung von sozialer Teilhabe sei auch und besonders für Deutsche eine Aufgabe: „Auch wir müssen uns anpassen, wir müssen interkulturell lernen. Und dafür ist die VHS der richtige Ort“, warb Löwenberg für die Volkshochschulen (VHS). Und dabei sehe sie nicht nur die Kurse als Mittel, sondern auch den Raum, der Begegnungen und Kontakt ermöglicht. Besonders mit niedrigschwelligen Lernangeboten, wie Lernwerkstätten oder dem Portal „ich-will-deutsch-lernen.de“, sieht Löwenberg Chancen für die sprachliche Integration von Geflüchteten.

Eine spezielle Herausforderung beim Spracherwerb für Geflüchtete ist für Löwenberg zum einen die finanzielle Förderung, die an Herkunftsländer gebunden ist. So würden die Kosten nur für Geflüchtete aus dem Irak, Iran, Eritrea und Syrien übernommen. Zum anderen gebe es zu wenige Lehrer/innen, die die Herkunftssprachen der Geflüchteten beherrschten. Zusätzlich müssen einige Geflüchtete zuerst die lateinische Schrift lernen – eine zusätzliche Hürde für die Lernenden und eine Herausforderung für die Dozent/innen.

Über das Projekt IQ – Integration durch Qualifizierung wird die Verbesserung von Sprachkenntnissen gefördert, da dies auch für die Anerkennung von Jobqualifikationen nötig sei. Besonders für reglementierte Berufe, wie etwa Ärzt/innen, Lehrer/innen und Erzieher/innen seien Sprachkenntnisse für eine Erreichung der vollen Gleichwertigkeit des Abschlusses notwendig.

Die Volkshochschulen bieten zudem derzeit spezielle Schulungen für Ehrenamtliche an, so Löwenberg. Dabei sei auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Kommunen nötig, um ausreichend Kapazitäten schaffen zu können und den Aufbau von erweiterten kommunalen Strukturen zu garantieren. „Wir würden gerne auch auf spezielle Bedürfnisse eingehen und beispielsweise Frauen als Zielgruppe verstärkt erreichen“, erklärte Löwenberg die derzeitige Situation. „Hier fehlen aber oft noch die Kapazitäten.“

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

„Als Jugendlicher möchte man die Welt erobern“

Maximilian Ulrich vom rbb Radio Fritz hat Geflüchtete auf der Balkanroute begleitet und dabei speziell Kontakt zu unbegleiteten Minderjährigen gesucht. Ihm sei von Anfang an aufgefallen, dass alle Jugendlichen, die er getroffen hat, die gleichen Vorlieben und auch Nöte hätten, wie Pubertierende hier in Deutschland. „Justin Bieber ist da auch hoch im Kurs“, erzählte Ulrich. Und fügte hinzu: „Ein großes Problem ist die fehlende Privatsphäre. Hier können sich die Jugendlichen tagelang in ihrem Zimmer verstecken und die Veränderungen mit sich selbst aushandeln. Auf der Flucht gibt es aber keine Rückzugsmöglichkeiten, keine Privatheit. Alles wird von allen gesehen. Du bist nie allein. Und das ist nicht immer gut.“ Die Reflektion von Erlebnissen und die Verarbeitung derer könnten die Jugendlichen nicht schaffen bei dem ständigen Druck, Stress und den alltäglichen Problemen auf der Flucht. Oftmals sei aber auch Langeweile ein großes Problem. „Als Jugendlicher möchte man die Welt erobern, Sachen erleben, mit Freunden weggehen, Fußballspielen – und das geht für diese Jugendlichen alles nicht“, berichtet Ulrich.

Bei der Frage nach der Unterstützung, die die Jugendlichen erfahren, schwärmte Ulrich davon, dass er eine Vielzahl von jungen Helfer/innen erlebt hat, die unterstützen, wo sie können. Teilweise würden die Aufnahmelager entlang der Balkanroute von sehr jungen Erwachsenen geleitet, die eine unglaubliche Motivation und Ehrgeiz in der Unterbringung all der Menschen zeigten. Aber auch in Berlin habe Ulrich erlebt, was junge Menschen an Hilfe leisteten. Es gebe etwa eine Gruppe von jungen Studierenden, die bereits früh morgens am Lageso in Berlin, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, Essen und Getränke verteilten, erzählte der Journalist. Das Lageso ist als Behörde in der letzten Zeit vor allem durch die schlechte Verwaltungssituation in den Schlagzeilen, die dazu führte, dass Geflüchtete, die sich dort registrieren lassen wollen, stundenlang auch in der Kälte oder dem Regen stehen und warten müssen. Um die Geflüchteten dort vor Ort kümmern sich größtenteils ehrenamtliche Initiativen, wie etwa Moabit hilft. Und auch der Radio-Moderator zieht eine bittere Bilanz über das, was er dort erlebt hat: „Wenn es nicht so viele Helfende gäbe, wären da schon Leute gestorben.“

Der Journalist hat auf der Balkanroute einiges gesehen, was ihn stark bewegt hat. In den Flüchtlingscamps sei es manchmal zugegangen wie auf einem Spielplatz, es seien unglaublich viele Kinder unterwegs, berichtet er. Und auch Verbundenheit, die Jugendliche dort miteinander eingehen, hat ihn begeistert. „Wenn du alles verloren hast und vielleicht auch alleine auf der Flucht bist, und dann andere findest, denen es genauso geht, dann verbindet das“, erzählt er. „Und dann bleibt ihr zusammen und sorgt füreinander und seid alles füreinander.“ Und gemeinsam motivierten sich die Jugendlichen zum Weitergehen und Durchhalten. Sie alle wären auf der Flucht noch optimistisch und hätten Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa, ohne Krieg. Wenn sich dann ihre Situation nach dem Ankommen hier in Deutschland jedoch nicht verbessere, dann schlage das in Wut und Unverständnis um, so Ulrich. „Und wenn man sich selbst in seine Jugend und gleichzeitig in die Situation der Geflüchteten versetzt – wer kann ihnen die Wut dann verdenken?“

 „Jugendliche brauchen erst einmal Ruhe und Stabilität – und dann Zukunft“

Da Jugendliche spezielle Bedürfnisse haben und auch besonderen Schutz genießen, lässt die Aufnahme von mehr unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen oftmals fehlende Infrastruktur deutlich werden – nicht nur Wohnungen fehlen, sondern vor allem auch Fachkräfte und Vormunde. Mit der Unterbringung der Jugendlichen in Potsdam ist Frauke Frehse-Sevran von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH (GFB) betraut. Sie konnte in ihrer Arbeit feststellen, dass die Jugendlichen oftmals nicht alleine in einem Zimmer untergebracht sein wollten, obwohl sie dazu einen Anspruch gehabt hätten. „Die Jugendlichen haben aktiv die Nähe zu anderen gesucht – und wohl auch gebraucht“, berichtete Frehse-Sevran. In der Regel werden von der GFB unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufgenommen, einzelne Ausnahmen habe es nur bei älteren Geschwistern oder nahen Verwandten gegeben, wo eine Trennung für die Jugendlichen nicht gut gewesen wäre. Es werde auch versucht, Cliquen von Jugendlichen, die gemeinsam auf der Flucht waren, zusammen unterzubringen, damit die Jugendlichen sich in ihrer neuen Umgebung gegenseitig Halt geben können.

Frehse-Sevran berichtete von dem geregelten Ablauf der Aufnahme von Jugendlichen. Nach der so genannten Inobhutnahme der Jugendlichen, also der vorläufigen Aufnahme durch das Jugendamt, werden die Jugendlichen innerhalb von 31 Tagen auf die Bundesländer und Kommunen verteilt. Vorher werde geklärt, ob sie gesund sind und ob sie eventuell mit einer Begleitperson auf der Flucht sind oder bereits Familienangehörige in Deutschland leben. Wenn sie dann in einer Unterkunft angekommen sind, sei das wichtigste Ruhe und Stabilität, gesundheitliche Fürsorge und eventuell eine psychosoziale Behandlung, wenn sie mit ihren erlebten Traumata nicht alleine zurechtkommen. Das ist die so genannte Clearing-Phase. In dieser sollen die Jugendlichen auch nur eine begrenzte Anzahl an Menschen kennenlernen, um nicht überfordert zu werden, sondern sich erst einmal an die neue Umgebung und wieder an die Situation zu gewöhnen, irgendwo angekommen zu sein. Ehrenamtliche böten hier viele Freizeitmöglichkeiten an, kämen vorbei zum Fußballspielen oder um die Jugendlichen mit ins Kino zu nehmen. Erst nach einer Eingewöhnungszeit komme die Erstorientierung und dann auch die Aufgabe, den Jugendlichen eine Perspektive zu geben. „Die Jugendlichen, die hier ankommen, haben Ziele. Und das ist nicht Hartz IV“, erzählt Frehse-Sevran. „Wir müssen ihnen zeigen, welche kleinen Schritte sie brauchen, um eine gewisse Selbstständigkeit zu erhalten und eine Ausbildung und Arbeit zu finden. Wir müssen ihnen eine Zukunftsperspektive zeigen.“

Umgang mit Trauma in der Flüchtlingsarbeit

„Ins Gespräch kommen und Nähe anbieten, ohne zu drängen“

Doch nicht nur Jugendliche haben ganz spezielle Bedürfnisse. Unter den geflüchteten Menschen sind viele traumatisiert und einige brauchen eine psychosoziale Behandlung, um ihre Erfahrungen auf der Flucht oder durch Folter und Verfolgung zu verarbeiten. Dabei braucht aber auch nicht jeder eine solche Behandlung, erklärt Elise Bittenbinder von der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.). „Wir müssen es auch ermöglichen, dass die Menschen ankommen können und dann selbst Mechanismen entwickeln, um alleine mit ihren Erfahrungen klar zu kommen“, so Bittenbinder. Trauma wird nach einer internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation definiert als „belastendes Ereignis oder Situation mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß, das bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.“ Für Bittenbinder ist es wichtig, dass Hinweise auf Traumatisierungen erkannt werden, aber auch nicht immer überbewertet werden. Wichtig sei eine Behandlung nur, wenn die Traumatisierung krankhaft werde, etwa in einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Die Symptome seien dabei sehr vielfältig und reichen von Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, über Schmerzen, Trauer und Angst, bis hin zu Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken.

Dass ein Trauma nicht unbedingt mit dem Ende des erlebten Krieges oder der Verfolgung beendet ist, beschreibt die Theorie der „sequentiellen Traumatisierung“ nach H. Keilson. Er beschreibt, dass das Trauma chronisch werden kann und durch erneute traumatische Erlebnisse verstärkt werden kann. „Speziell im Kontext von Verfolgung und Gewalt sprechen wir von einem psychosozialen Trauma, das sich immer auf das Individuum und auch die gesamte Gesellschaft bezieht“, erklärt Bittenbinder. Das Trauma sei nicht auf ein Ereignis beschränkt und verlaufe in Prozessen. Für die Selbstheilung ist ein geschütztes Umfeld wichtig, in dem die Traumatisierten auch Zeit für sich selbst haben, um mit den ausgelösten Prozessen umzugehen und sich eine Zukunftsperspektive erarbeiten können.

Und auch Ehrenamtliche könnten hier ansetzen und mit Geflüchteten ins Gespräch kommen: „Wenn ich den Menschen Nähe anbiete, ohne zu drängen, dann kann eine sichere Bindung aufgebaut werden“, erklärt Bittenbinder. Mithilfe von verschiedenen Methoden sei es möglich, mit Geflüchteten über Erlebtes zu reden, ohne sie zu bedrängen oder Unsicherheiten auszulösen. Dabei ist es für Bittenbinder wichtig zu betonen, dass Ehrenamtliche auf keinen Fall Psycholog/innen oder Therapeut/innen ersetzen können, wenn eine Traumatisierung besteht und eine psychosoziale Behandlung angeraten ist. Die Methoden sind daher auch umsichtig einzusetzen, um keine Retraumatisierung auszulösen oder bestehende Ängste zu vergrößern, sondern ein umsichtiges Gespräch zu führen.  Eine Variante ist dabei das Storytelling, bei dem Geflüchtete in Briefen oder Geschichten abstrahiert von ihren Erlebnissen schreiben können. Die Externalisierung des Problems durch Erzählung und Beschreibung mit Metaphern helfe hier, sich vom Erlebten zu distanzieren und die Situation neu zu bewerten. Möglich sei es auch, eigene Ressourcen der Geflüchteten zu aktivieren, indem sie negative Erlebnisse mit positiven Erfahrungen verknüpfen. „Das geht bei vielen über Erreichtes. ‚Ich habe einen Neuanfang gemacht‘ oder ‚Ich habe auf der Flucht viele Freunde gefunden‘ sind positive Erlebnisse“, beschreibt die Psychologin diese Methode.

Bittenbinder betont, dass man sich keinesfalls aufdrängen und nachbohren dürfe. „Einfach da sein und zuhören, das ist manchmal das Beste, um eine sichere Bindung aufzubauen.“ Und vor allem auch auf sich selber achten, empfiehlt die Psychologin. Denn gerade die Gespräche über Trauma können bei sich selbst einiges auslösen, etwa eine Mitgefühlserschöpfung oder Burnout-Syndrom. Für Bittenbinder sind hier besonders hoch motivierte Menschen gefährdet, die etwas verändern wollen, aber unrealistisch hohe Anforderungen an sich und ihr Umfeld haben. Gerade Engagierte in der Arbeit mit Geflüchteten könnten hier anfällig sein und müssten verstärkt auf ihre eigenen Bedürfnisse achten, um nicht selbst eine Überbelastung oder sogar ein Burn-Out aus dem Ehrenamt zu erleiden.

„Wir dürfen uns nicht aufstacheln lassen“

Zum Abschluss gibt Ursula Nonnemacher, MdL für Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, in einem politischen Kommentar einen Ausblick für Brandenburg. Sie kritisiert insbesondere die AfD (‚Alternative für Deutschland‘), die als Partei die Terroranschläge von Paris in direkten Bezug zu den Geflüchteten in Deutschland setzt und gegen die Altparteien aufstachele. „Die Ausschlachtung des Asylthemas ist eine schreckenerregende Tendenz“, sagte Nonnemacher. Wichtig sei ihr eine klare Positionierung von Brandenburgs politischer Führung zu rechten Anschlägen und die deutliche Benennung dieser als das, was sie seien – so wie es Ministerpräsident Dietmar Woidke nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen getan hat.

Nonnemacher befürchtete, dass die Anschläge von Paris die gesellschaftliche Stimmung weiter nach rechts kippen lassen könnten. „Wir als starke Zivilgesellschaft müssen da deutlich dagegenhalten“, fordert die Politikerin. Dabei sehe sie gerade in Brandenburg auch die deutlichen Herausforderungen, die durch die Zahl an ankommenden Geflüchteten entstehen. Aber sie sieht auch die Chancen darin und richtet ihren Blick auf die Klärung einer Dauerversorgung. So gebe es den Plan, in der Landesaufnahmerichtlinie den Schlüssel der Sozialarbeit im ersten Schritt von 1:120 auf 1:70, also eine/n Sozialarbeiter/in auf 70 Geflüchtete zu senken.

„Und was wir im Moment besonders brauchen, ist eine gute Unterbringung der Menschen hier im Land mit der Perspektive von hohen Standards“, resümiert Nonnemacher. „Und dazu brauchen wir dringend einen deutlichen Schulterschluss der demokratischen Parteien gegen ein Abgleiten nach Rechts.“

 

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