Der Spiegel der Anderen – Mirror of Alterity

Der Spiegel der Anderen/ Mirror of AlterityUrheber: Radovan Cerevka / Stano Masar. All rights reserved.

Europa ist zum Zufluchtsort für die Missachteten und Verfolgten in den Kriegs- und Krisenregionen der Welt geworden. Ganz Europa? Nein, ein großer Teil der europäischen Bevölkerung fremdelt und weigert sich, die Fremden willkommen zu heißen. Es ist die Angst vor dem Unbekannten, die Emotionen aufwühlt und zum Teil fremdenfeindliche Affekte hervorruft. Vor allem im östlichen Teil Europas, sperrt sich die Mehrheit der Bevölkerungen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen - und ihre Regierungen nutzen diese Stimmung für einen zunehmend populistisch-autoritären Politikstil.

Woran liegt das? Wo liegen die sozialpsychologischen Ursachen für diese Phänomene? Welche Mysterien und Phobien  treiben die Menschen um? Acht Künstlerinnen und Künstler und drei Kollektive aus der Tschechischen Republik, der Slowakei, Rumänien und Deutschland haben sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Künstlerische Reflexionen über die Angst vor Flüchtlingen, die Furcht vor dem Unbekannten und der Zunahme von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Populismus in Europa. Die Ausstellung in der Berliner Galerie Kunstpunkt zeigt eine Auswahl der Arbeiten, die Anfang des Jahres in der Ausstellung „Fear oft he Unknown“ in der Kunsthalle Bratislava gezeigt wurden.

„Multiethnizität ist zwar ein typisches Charakteristikum vieler Städte auf der Welt, doch in Mittel- und Osteuropa ist es ein kaum bekanntes Phänomen“, sagt Juraj Čarný, der ehemalige Direktor der Kunsthalle Bratislawa, der die Ausstellung nach Berlin gebracht hat. Gemeinsam mit dem Chef-Kurator der Kunsthalle, Richard Gregor, und der Leipziger Kuratorin Lenka Kukurová hatte er die Schau ursprünglich für die slowakische Hauptstadt konzipiert. Nun sind Teile davon in Berlin zu sehen. Dafür hat Čarný mit Mark Gisborme, dem Kurator der jährlich in Brandenburg stattfindenden Rohkunstbau-Ausstellung für zeitgenössische Kunst, zusammengearbeitet. Die Schau, die vom 7. Oktober an in Berlin zu sehen sein wird,  ist Teil des europäischen Kunstprojektes „Realise“ der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg, das von der EU gefördert wurde.

Ziel der Ausstellung ist es, Phänomene des Fremdseins zu erschließen und die Imagination des Unbekannten oder Ungekannten zu dekonstruieren. Wie viel Vertrautes wird in das Fremde projiziert? Und was besagt das Bild vom Fremden über uns? Es ist keine Schau, die beansprucht, politische Antworten zu geben. Die Besucherinnen und Besucher erwartet keine Ausstellung, in die sie in gewohnter Weise eintreten, um aus der sicheren BetrachterInnen-Perspektive mit den Kunstwerken in Dialog zu treten. Die Künstlerinnen und Künstler wollen die Besucherinnen und Besucher in den künstlerischen Produktionsprozess integrieren. Das provoziert unerwartete Barrieren und eröffnet ungeahnte Perspektiven.

 

Kurator: Juraj Čarný

Es stellen aus: Radovan Čerevka (SK), Alena Foustková (CZ), Lukáš Houdek (CZ) & Susa Gunzner (DE) & Grandhotel Cosmopolis (DE), Oto Hudec (SK), Dávid Koronczi & Martina Szabóová (SK), Dan Perjovschi (RO), Tomáš Rafa (SK), Kateřina Šedá (CZ), Ján Triaška (SK) unfd Nová Věčnost (CZ).

 

 

Veranstaltungsort:

Galerie Kunstpunkt
Schlegelstr. 6, 10115 Berlin

Öffnungszeiten:

7. bis 31. Oktober 2016

Fr. und Mo. 14-19 Uhr

Sa. und So. 12–17 Uhr

Ausstellungseröffnung:

7. Oktober, 19:00 Uhr

Eintritt:

Der Eintritt ist kostenfrei.

 

Informationen und Kontakt:

organisation@boell-brandenburg.de
0331-20057813

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e.V.
Dortustr. 52
14467 Potsdam

 

 

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg,  „Mirror of Alterity“ ist Teil des Projektes "REALISE – The Resilience of Art in Liquid Crises” gefördert im Rahmen des Creative Europe Program der Europäischen Union

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