Die größte Maschine der Welt

Die größte Maschine der Welt

Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Inmitten der Lausitz steht die größte bewegliche Maschine der Welt. Im Landkreis Elbe-Elster in Lichterfeld-Schacksdorf steht eine F60. Am 11.1.2018 besuchte eine Gruppe von jungen Journalisten aus Ostmitteleuropa im Rahmen des Seminars „Umwelt- und Klimaschutz als Motor für wirtschaftlichen Strukturwandel“ der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg auch diese größte Maschine der Welt.

Das BlueLink Virtual Newsroom Projekt wird durch eine Kooperation des BlueLink Newsrooms aus Bulgarien und der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg durchgeführt. Ziel der Workshopreihe ist, dass angehende und motivierte Jungjournalisten die Fertigkeiten, Reportagen über das Klima, die Umweltveränderung und saubere Energiegewinnung- und nutzung in Zentral- und Osteuropa (CEE) und Deutschland entwickeln und optimieren.

Vom 9. Bis 13. Januar dieses Jahres fand der dritte Workshop, nach Sofia und Hamburg, in Cottbus statt. Die Jungjournalistinnen und –journalisten sollten dabei über Umwelt- und Klimaschutz als Motor für wirtschaftlichen Strukturwandel in der Lausitz berichten. Ein Highlight, die Besichtigung der F60, einer Förderbrücke im Lausitzer Braunkohletagebau und die größte bewegliche Maschine der Welt.

Inka Thunecke, Geschäftsführererin der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg hat sich diese beeindruckende Konstruktion genauer angeschaut.

Die F60 in Lichterfeld ist ausgebaut als Besucherbergwerk mit sicheren Wegen für die Neugierigen, die jedes Jahr kommen, um diese Maschine zu bewundern. Als sie 1991 als jüngste dieser Maschinen nicht mehr für den Abbau von Kohle gebraucht wurde, sollte sie gesprengt werden, doch die Bewohnerinnen des kleinen Ortes wollten diese Maschine erhalten und schafften es tatsächlich mit bürgerschaftlichem Engagement eine touristische Attraktion aufzubauen.

Über 500 Meter breit und ca. 72 Meter hoch überragt die F 60 den Bergheider See, der allerdings an diesem nebeligen Wintertag im Januar nur kurz zu sehen ist. Der Bergheider See ist heute an dem Platz, an dem früher der kleine Ort Bergheide war, bevor er der Braunkohleförderung zum Opfer fiel. Ausgestattet mit bunten Helmen wandert die Gruppe der Journalist/innen während der Führung auf den höchsten Punkt der Maschine. Der Tagebau wird greifbarer. So funktioniert der Kohleabbau: Zwei Bagger, Förderband und die Erde wird weggeschafft und 500 m weiter wieder abgeworfen, darunter dann die Kohle, die mittels kleinerer Bagger abgebaut wird.

Führung auf dem F60 – Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Die Maschinen zeugen sowohl von Ingenieurskunst als auch vom Machbarkeitswahn der Industriegesellschaft, deren Energielieferant die Kohle war. Der Mensch macht sich die Natur Untertan nicht nur indem er Kohle abbaut, sondern im zweiten Schritt durch die neue Modellierung der Landschaft, so wie es in der Lausitz gerade passiert. Da sprießen dann auf den Erdhalden einer noch arbeitenden F60 im Tagebau Welzow-Süd auf einmal Weinreben. Die Landschaft sei ideal für Wein, sagt später Birgit Zuchold, Bürgermeisterin von Welzow. Mittlerweile stehen am Wolkenberg ganz in der Nähe 26.000 Reben. Die Bürgermeisterin sieht in der neuen Landschaft, die in 60 Jahren dort entstanden sein wird, eine höherwertigere Landschaft als die bestehende natürlich-flache Agrarfläche.

Doch angesichts des drohenden Klimawandels, seiner Auswirkungen und Folgen stellt sich die Frage, ob sich die heute lebende Generation das Recht herausnehmen darf, die Zukunft der kommenden Generationen mit neuen Landschaften und neuen klimatischen Bedingungen zu gestalten. „Gott schuf die Lausitz, der Teufel die Kohle darunter“ (Sorbisches Sprichwort).

Die Workshopgruppe in Cottbus – Urheber/in: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

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