Kate McMillan

Kate McMillan

Kate McMillan Ist eine britische Multimedia-Künstlerin. Sie wurde 1974 in Hampshire geboren und verbrachte mehrere Jahre in Australien. Heute lebt und arbeitet sie in London.

Kate McMillans auf Schloss Lieberose gedrehter Kurzfilm „Instructions for Another Future“ ist eine Reflexion über Zeit, Erinnerung und verlorenes Wissen.

... Die Künstlerin begreift das Landschloss im Landkreis Dahme-Spreewald als Sinnbild für das gegenwärtige Europa. Die alte Pracht ist noch zu erkennen, aber das Gebälk ist morsch, das Gemäuer rissig. Zwei Protagonistinnen, eine schwarze und eine weiße Frau, huschen wie Gespenster durch die Säle des alten Grafensitzes und den Schlosspark. Sie vollziehen sonderbare Rituale mit Steinen, sogenannten „Hagstones“, die in magischen Kulten verschiedener Weltgegenden eine Rolle spielen.
Ein möglicher Schlüssel zu dem Werk liegt in McMillans australischem Hintergrund und dem dort herrschenden Zeitverständnis. „Nach europäischer Vorstellung gibt es eine Bewegung von der Vergangenheit in die Zukunft. In Australien herrscht hingegen die Idee vor, dass man die Vergangenheit in die Zukunft trägt“, sagt die Künstlerin. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, aktiv zu entscheiden, was lohnt, mitgenommen zu werden – im Film versinnbildlicht durch Steine, die die Protagonistinnen mit sich tragen – und was man getrost begraben kann. Ein Fokus liegt auf der Kollaboration der Protagonistinnen und dem Aufdecken von transkontinentalen Verflechtungen und dem Vermächtnis von Imperialismus und Sklaverei.  
Nostalgischen Vergangenheitsbildern eines vermeintlich übersichtlicheren Lebens setzt die Künstlerin die Vorstellung einer überaus komplexen, aber selektiv erinnerten Vergangenheit entgegen – und animiert dazu, vergessenes Wissen wiederzugewinnen. „Es gibt immer verlorene Geschichte. Vielleicht ist dort Hoffnung für die Zukunft.“

 

Einzelausstellungen (Auswahl)
2016 Songs for Dancing, Songs for Dying, Castor Projects, London, UK
2014 The Moment of Disappearance, Performance Space, Sydney, Australia
2008 Lost, John Curtin Gallery, Bentley, Australia
2006 Broken Ground, Margaret Moore Contemporary Art and 'Disaster Narratives' at the Perth Institute of Contemporary Arts, Perth, Australia

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2017 Palinopsia/Afterimage, Tieranatomisches Theater Berlin, Germany
2015 Somewhere In-Between, Karavil Contemporary, London, UK
2013 A heap of broken images (Arts Proper), Assemblage, Sydney, Australia
2010 The Beauty of Distance: Songs of Survival in a Precarious Age. Curated by David Elliott. Biennale of Sydney, Austalia