Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit – Film & Gespräch

Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit – Film & Gespräch

Der Saal im Filmtheater Thalia in Potsdam war gut gefüllt. Dort wurde am 26. Februar der Film „IUVENTA Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit“ gezeigt. Besonderer Anreiz war es für alle Interessierten, mit Protagonisten der zivilen Seenotrettung ins Gespräch zu kommen und von Experten eine rechtliche und politische Einordnung zu erhalten.

Der Dokumentarfilm handelt von der Initiative JUGEND RETTET – ein humanitäres Seenotrettungsprojekt. Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“.
Der Film beginnt mit der ersten Mission der „Iuventa“ als Seenotrettungsschiff und begleitet das junge Team, das voller Tatendrang und Optimismus innerhalb von 15 Tagen über 2.000 Menschen das Leben rettet.  Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wird die „Iuventa“ im August 2017 plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe:  Beihilfe zur illegalen Einreise. Die Ereignisse an Bord des Schiffes wurden vom Regisseur Michele Cinque festgehalten.

Im anschließenden Gespräch berichteten Clemens Nagel und Lea R. (Jugend Rettet), wie es für die Inititiative und die Crew der IUVENTA nach 2017 weitergegangen ist und was das nach der Beschlagnahmung gegründete Kollektiv  IUVENTA – Solidarity at Sea treibt. Dr. Ulrich Karpenstein ist Anwalt und hat Seenotrettungsprojekte in der Vergangenheit beraten. Er ordnete die laufenden Verfahren und politische Vorgehensweise rechtlich ein. Außerdem engagiert er sich für „Flüchtlingspaten Syrien“, wovon er im Gespräch ebenfalls berichtete. Er  plädierte für eine alternative Asylpolitik, die über humanitäre Visa verhindert, dass Menschen überhaupt in Boote steigen müssen. Erik Marquardt, als Fotojournalist selbst auf Seenotrettungsmissionen unterwegs, kandidiert für die Europawahl 2019  für Bündnis 90/ Die Grünen und weist auf die Möglichkeiten einer solidarischen europäischen Migrations- und Asylpolitik hin. Gerade das Europäische Parlament hat sich in der Vergangenheit für Schutz und Solidarität in der Asyl- und Migrationspolitik eingesetzt.  

Das Abschlussplädoyer des Podiums ist deshalb: Wählen gehen und rechtspopulistischen Kräften auf europäischer Ebene nicht das Feld überlassen!

 

Weitere Informationen zum FIlm, eine Galerie und den Trailer finden Sie auf der Website Iuventa-Film.de.

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