Ethnische Zugehörigkeit & Nationalität

Ethnische Zugehörigkeit & Nationalität

Sukhdev Singh Mann

Wenn es mir in Brandenburg nicht so gut gefallen würde, wäre ich doch nicht schon seit über 20 Jahren hier!

Taschenhändler, Wandlitz

Mehmet U.

Mit meinen Nachbarn verstehe ich mich sehr gut! Man kann gut mit ihnen quatschen!

Schuhmacher, Schuhfabrik trippen, Zehdenick

Sarah Gwiszcz

Wer hier etwas Besonderes macht, bringt das Herz der Leute zum Lachen!

selbstständige Modedesignerin & Neu-Interpretin sorbisch-wendischer Tracht, Lübbenau

Dr. med. Beate Loj

Hier arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus allen Winkeln der Erde! Die Atmosphäre ist super!

Chefärztin Gynäkologie & Geburtshilfe, Asklepios Klinikum Uckermark, Schwedt (Oder)

 

Fotos: Barbara Dietl

In der Welt zuhause!

Einwanderungsland Brandenburg.

Menschen wandern, ziehen um, suchen sich eine neue, zweite Heimat. Das ist keine neuartige Erscheinung, sondern der Normalfall seit Menschengedenken. Ethnische und kulturelle Vielfalt ist auch in Brandenburg längst zur gesellschaftlichen Wirklichkeit geworden. Diese Wirklichkeit hat verschiedene Ursprünge. Manche Menschen sind als DDR-Vertragsarbeiter/innen hergekommen, andere als Asylsuchende nach Brandenburg geflohen. Einige Menschen sind ihrer großen Liebe gefolgt und wieder andere haben sich auf den Weg nach Brandenburg gemacht, weil hier in bestimmten Bereichen händeringend nach Fachkräften gesucht wird. Neben den rund 123.600 Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund (ca. 5 %, 2013), sind in Brandenburg historisch das slawische Volk der Sorben/Wenden und deutsche Sinti und Roma zuhause.

Migration hat nichts mit Migräne zu tun!

In der ethnischen und kulturellen Vielfalt Brandenburgs liegt nicht nur eine unbestreitbare Wirklichkeit, sondern auch ein riesiges Potenzial. Sie ist eine Bereicherung, weil sie uns in die Lage versetzt, Gewohnheiten in Frage zu stellen, andere Blickwinkel einzunehmen und Neues zu entdecken. Gesellschaftlicher Fortschritt ist auf viele verschiedene Blickwinkel angewiesen. In Deutschland und auch in Brandenburg wird ethnische und kulturelle Vielfalt jedoch von Teilen der Bevölkerung als Problem oder sogar als Bedrohung wahrgenommen. In den öffentlichen Diskussionen fallen dann Begriffe wie »Armutsmigration«, es ist von »Überfremdung« oder gar von »Terrorgefahr« die Rede. Ohne Zweifel ist das Zusammenleben mitunter auch kompliziert und stellt die Menschen – Einheimische wie Eingewanderte – vor Herausforderungen. Statt jedoch die Vielfalt zum grundsätzlichen Problem zu machen, gilt es einen guten Umgang mit den Unsicherheiten und Ängsten auf der einen Seite und den tatsächlichen Herausforderungen auf der anderen Seite zu finden. Und das klappt im Alltag bereits besser, als die öffentlichen Diskussionen rund um Migration und kulturelle Vielfalt vermuten lassen.

Vor allen Dingen: Teilhaben!

Migration prägt und verändert Brandenburg. Die Gesellschaft ist im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte längst eine andere geworden. Die Anerkennung der Existenz einer vielfältigen brandenburgischen Gesellschaft rückt deren Gestaltung in den Vordergrund. Es müssen neue Konzepte entwickelt werden, die die Teilhabe aller Bewohner/innen Brandenburgs – egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund – am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Dafür braucht es Regeln, die den Zusammenhalt und die Solidarität über alle Unterschiedlichkeit der Menschen hinweg ermöglichen. Es braucht aber vor allem auch Offenheit, Respekt gegenüber anderen Lebensweisen und die Fähigkeit, Widersprüche und Unsicherheiten aushalten zu können. Die Möglichkeit zur Teilhabe aller Bewohner/innen ist wichtige Voraussetzung für das gute Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft Brandenburg.

Menschen sind verschieden. Warum das so ist, das weiß niemand so genau. Wir unterscheiden uns in Geschlecht und Alter, in sozialer und ethnischer Herkunft, wir haben verschiedene körperliche und geistige Fähigkeiten und sexuelle Orientierungen. Und damit noch nicht genug: jeder Mensch hat eine ureigene Lebensgeschichte, eigene Auffassungen und einen eigenen Geschmack. Die größte Gemeinsamkeit

ist dabei, dass jeder Mensch einzigartig ist. Wir sind viele. Wir sind vielfältig. Soweit, so gut! Mehr lesen...

Kampagnenplakate bestellen:

Brandenburg. Lauter gute Leute

„Brandenburg. Lauter gute Leute“ heißt die neue Fotokampagne der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg zu gesellschaftlicher Vielfalt in Brandenburg. Die sechs Faltplakate zeigen jeweils vier Porträts von Brandenburger/innen, thematisch eingeordnet in insgesamt sechs Dimensionen gesellschaftlicher Vielfalt. Das Ziel der Kampagne ist eine Schärfung des öffentlichen Bewusstseins und die Schaffung einer positiven Wertschätzung für die bereits existierende gesellschaftliche Vielfalt in Brandenburg.

Die Kampagne "Brandenburg. Lauter gute Leute" findet im Rahmen des Projektes MOSAIK - Märkische Orte für soziale, armeitsmarktpolitische und interkulturelle Kompetenz statt.

mehr über das Projekt MOSAIK

Das Projekt "MOSAIK - Märkische Orte für soziale, arbeitsmarktpolitische und interkulturelle Kompetenz" wird im Rahmen des Bundesprogramms "XENOS - Integration und Vielfalt" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.