Zeitspuren

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Anfang des Jahres ist unser neues Projekt zur Antidiskriminierungsarbeit namens „Zeitspuren“ gestartet. Mit den Erfahrungen des Projekts ORTSBEGEHUNG – Stadtgeschichte zu Shoah und Täterschaft (von 2011-2014) haben wir das neue Projekt „Zeitspuren“ entwickelt. Es richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren aus ganz Brandenburg mit dem Ziel, gemeinsam mit ihnen ihr Verständnis der eigenen Identität in einem vielfältigen Gemeinwesen zu stärken und die Sensibilität für Diskriminierungserfahrungen zu fördern. Über historisch-gesellschaftliches Lernen in lokaler Umgebung erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit sich mit Diskriminierungen, ihren Ursachen und Folgen auseinanderzusetzen. Das Projekt „Zeitspuren“ möchte Jugendlichen in Brandenburg Handlungsoptionen aufzeigen, um selbstbewusst Diskriminierungsformen zu erkennen und sich gegen diese auszusprechen.

Hierfür nutzt das Projekt drei Ansatzpunkte:

1. Historisches Lernen über Biographien

2. kulturelles Lernen

3. Erfahrungslernen Vielfalt im sozialen Raum und seine virtuelle Dokumentation.

Zunächst werden Biographien von Personen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden, erarbeitet. Über deren Geschichten werden verschiedene Formen von Diskriminierungen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit thematisiert. Die historischen Biographien bilden eine Brücke ins heute. Die Jugendlichen werden mit Hilfe des Ansatzes der historisch- biographischen Arbeit ermutigt, ihre eigenen Biographien und Erlebnisse darzustellen und über persönliche Diskriminierungserfahrungen zu sprechen. Die Zusammenarbeit mit Kunstpädagog_innen (Comic, Film, Graffiti, Spoken-Word u.v.m.) ermöglicht den Jugendlichen das Erlernte und Erfahrene sowie die Reflektion eigener Diskriminierungserfahrungen auszudrücken. Hierbei werden jugendkulturelle Techniken für die Arbeit genutzt. Die Arbeiten der Jugendlichen werden in einem Vielfaltsarchiv vor Ort gesammelt und über die Internetpräsenz des Projektes online präsentiert. Es soll ein interaktiver Raum eingerichtet werden, in welchem die vielfältigen Arbeiten der Jugendlichen zu den Themen Ausgrenzung und Diskriminierung präsentiert werden. Außerdem werden die Jugendlichen in einem peer-to-peer Ansatz befähigt, in ihrer Stadt zum Thema Rassismus oder jüdisches Leben einen Stadtspaziergang zu erarbeiten und diesen dann mit anderen Jugendlichen durchzuführen.

Durch Workshops mit Multiplikator_innen und Lehrer_innen soll eine Verstetigung der Antidiskriminierungsarbeit vor Ort erreicht werden. „Zeitspuren“ will von der außerschulischen Jugendarbeit kommend neben der lokalen Kinder- und Jugendarbeit auch die Schulen sensibilisieren, diese Arbeit im schulischen Alltag zu verankern.

Informationen zum Vorgängerprojekt ORTSBEGEHUNG

Das Projekt ORTSBEGEHUNG fördert die lokale Auseinandersetzung mit NS-Täter/innenschaft und Antisemitismus. Jugendliche werden bei Recherchearbeiten in der lokalen Stadtgeschichte begleitet, um sich mit Fragen zu Shoah und Täter/innenschaft vor Ort aktiv auseinanderzusetzten und Diskussionen über das eigene Handeln in der Gegenwart zu führen.

Der Film mit Michael Daniel Kröner entstand im Rahmen einer Filmprojektwoche mit vier Jugendlichen aus der Projektgruppe in Brandenburg an der Havel.

Thomas Berger, Bürgermeister der Stadt Trebbin, hielt eine Begrüßungsrede zur Ausstellungseröffnung

Mit der Ausstellungseröffnung im Rathaus präsentierten die Jugendlichen am 27. Juni 2014 ihre Kunstwerke, die bei der Projektarbeit zum Thema „Ortsbegehung – Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft“ entstanden sind.

Am 12. Juni 2014 fand in der Hochschulbibliothek in Brandenburg an der Havel die Eröffnung der Ausstellung „ORTSBEGEHUNG Brandenburg“ statt. Die Ausstellung zeigt alle Kunstwerke, die von den Jugendlichen in der gemeinsamen Projektarbeit geschaffen wurden.

Aktuelles

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Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg lud am 05. Mai zu einem Fotovortrag über die aktuelle Situation in Afghanistan ein. Zu Gast waren Erik Marquardt, der die Balkanroute und Afghanistan als Fotograf bereiste, der Anwalt für Asylrecht Rolf Stahmann und die Europaabgeordnete Ska Keller, welche über die Situation vor Ort und die derzeitige Politik in Deutschlandn diskutierten.

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Die Reise durch den südlichen Teil Siebenbürgens (ein Teil der Region Zentrum) vom 4. Bis 14. Oktober 2016 führte 12 Teilnehmende durch Städte wie Sibiu (Hermannstadt), Sighişoara (Schäßburg) und Braşov (Kronstadt) und auch durch ländliche Regionen. Um das multikulturelle Siebenbürgen erfahren zu können, traf sich die Gruppe unter anderem mit Vertreter*Innen der drei größten Minderheiten (Siebenbürger Sachsen, Roma und Ungarn).

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Am Abend des 19.12.2016 wurde am Berliner Breitscheidplatz ein grauenvoller Anschlag verübt. Zwölf Menschen wurde das Leben genommen und viele weitere sind teils sehr schwer verletzt. Den Angehörigen und Freund_innen der Opfer sowie den Helfer_innen vor Ort wünschen wir alle erdenkliche Kraft. Wir hoffen der Anschlag wird vollständig und gewissenhaft aufgeklärt.

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Grüner Salon mit Autorin und Zeitzeugen in Falkensee.

Um das Aufwachsen im Überwachungsstaat und vor allem die Erfahrungen der Stasi-Kinder ging es am 29. November 2016 im Grünen Salon Falkensee, zu dem die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg eingeladen hatte.

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In den Wendejahren 1989-1992 haben sich die besuchten Länder Rumänien, Moldova und die Ukraine auf einen neuen Weg gemacht. Den Menschen ging es überall um mehr Freiheit und mehr Wohlstand. Im Jahr 2016 ging die Reise durch sehr unterschiedliche Regionen.

Zeitspuren

Im Projekt ZEITSPUREN arbeiten wir mit Jugendlichen aus ganz Brandenburg und sensibilisieren für Diskriminierungserfahrungen. Über historisch-gesellschaftliches Lernen in lokaler Umgebung erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit sich mit Diskriminierungen, ihren Ursachen und Folgen auseinanderzusetzen.

Innerhalb des von der Flick-Stiftung geförderten deutsch-israelischen Projektes ZACHOR und AWAR werden darüber hinaus pädagogische Konzepte zur Antidiskriminierungsarbeit  ausgetauscht und diese hier zum Einsatz in der außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen gebracht.

 

Kontakt

Nora Bosse
E-Mail: bosse@boell-brandenburg.de

Tel.: (0331) 200 578-15

Robert Rostoski

E-Mail: rostoski@boell-brandenburg.de

Tel.: (0331) 200 578-19

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Werkstatt für politische Bildung e.V.

Dortustr. 52, 14467 Potsdam

Veranstaltungen

Jul 01Sep 10
Eröffnung am 1. Juli 2017
Lieberose
Jul 23Aug 02
23.07.- 02.08.2017
Jul 29
Filmreihe vom 22. Juli bis 9. September 2017
Lieberose
Aug 05
Filmreihe vom 22. Juli bis 9. September 2017
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Näherungen

Auch mehr als sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah notwendig. Besonders lokale NS-Täter_innenschaft, Ausgrenzung und Verfolgung vor Ort wurden bisher kaum aufgearbeitet. Der vorliegende Tagungsband setzt sich mit Täter_innenschaft im lokalen Umfeld auseinander und ist im Projekt "ORTSBEGEHUNG - Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft" entstanden.