Zeitspuren

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Anfang des Jahres 2015 ist unser neues Projekt zur Antidiskriminierungsarbeit namens „Zeitspuren“ gestartet. Mit den Erfahrungen des Projekts ORTSBEGEHUNG – Stadtgeschichte zu Shoah und Täterschaft (von 2011-2014) haben wir das neue Projekt „Zeitspuren“ entwickelt. Es richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren aus ganz Brandenburg mit dem Ziel, gemeinsam mit ihnen ihr Verständnis der eigenen Identität in einem vielfältigen Gemeinwesen zu stärken und die Sensibilität für Diskriminierungserfahrungen zu fördern. Über historisch-gesellschaftliches Lernen in lokaler Umgebung erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit sich mit Diskriminierungen, ihren Ursachen und Folgen auseinanderzusetzen. Das Projekt „Zeitspuren“ möchte Jugendlichen in Brandenburg Handlungsoptionen aufzeigen, um selbstbewusst Diskriminierungsformen zu erkennen und sich gegen diese auszusprechen.

Hierfür nutzt das Projekt drei Ansatzpunkte:

1. Historisches Lernen über Biographien

2. kulturelles Lernen

3. Erfahrungslernen Vielfalt im sozialen Raum und seine virtuelle Dokumentation.

Zunächst werden Biographien von Personen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden, erarbeitet. Über deren Geschichten werden verschiedene Formen von Diskriminierungen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit thematisiert. Die historischen Biographien bilden eine Brücke ins heute. Die Jugendlichen werden mit Hilfe des Ansatzes der historisch- biographischen Arbeit ermutigt, ihre eigenen Biographien und Erlebnisse darzustellen und über persönliche Diskriminierungserfahrungen zu sprechen. Die Zusammenarbeit mit Kunstpädagog_innen (Comic, Film, Graffiti, Spoken-Word u.v.m.) ermöglicht den Jugendlichen das Erlernte und Erfahrene sowie die Reflektion eigener Diskriminierungserfahrungen auszudrücken. Hierbei werden jugendkulturelle Techniken für die Arbeit genutzt. Die Arbeiten der Jugendlichen werden in einem Vielfaltsarchiv vor Ort gesammelt und über die Internetpräsenz des Projektes online präsentiert. Es soll ein interaktiver Raum eingerichtet werden, in welchem die vielfältigen Arbeiten der Jugendlichen zu den Themen Ausgrenzung und Diskriminierung präsentiert werden. Außerdem werden die Jugendlichen in einem peer-to-peer Ansatz befähigt, in ihrer Stadt zum Thema Rassismus oder jüdisches Leben einen Stadtspaziergang zu erarbeiten und diesen dann mit anderen Jugendlichen durchzuführen.

Durch Workshops mit Multiplikator_innen und Lehrer_innen soll eine Verstetigung der Antidiskriminierungsarbeit vor Ort erreicht werden. „Zeitspuren“ will von der außerschulischen Jugendarbeit kommend neben der lokalen Kinder- und Jugendarbeit auch die Schulen sensibilisieren, diese Arbeit im schulischen Alltag zu verankern.

Eine Auswahl an Projektergebnissen:

Die Website und die Inhalte wurden durch Schüler des Friedrich-Gymnasiums in Luckenwalde im Jahr 2015 im Kurs Gesellschaftswissenschaften der 10. Klasse zusammen mit der Lehrerin Anne Richter entwickelt. Dabei liegt der Fokus auf der eigentlich unbekannten deutschen Widerstandsgruppe „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“ in Luckenwalde. —
Postkarten Zeitspuren —

Informationen zum Vorgängerprojekt ORTSBEGEHUNG

ORTSBEGEHUNG

Das Projekt ORTSBEGEHUNG fördert die lokale Auseinandersetzung mit NS-Täter/innenschaft und Antisemitismus. Jugendliche werden bei Recherchearbeiten in der lokalen Stadtgeschichte begleitet, um sich mit Fragen zu Shoah und Täter/innenschaft vor Ort aktiv auseinanderzusetzten und Diskussionen über das eigene Handeln in der Gegenwart zu führen.

Ortsbegehung - Ausstellungseröffnung in Trebbin

Mit der Ausstellungseröffnung im Rathaus präsentierten die Jugendlichen am 27. Juni 2014 ihre Kunstwerke, die bei der Projektarbeit zum Thema „Ortsbegehung – Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft“ entstanden sind.

Aktuelles

80 Jahre Novemberpogrome

Der 9. November - ein besonderer Tag in der deutschen Geschichte. Zum achtzigsten Mal jähren sich in diesem Jahr die Novemberpogrome gegen Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland.
 

Von Jan Weisbrod

Moldawien - Ein Reisebericht

Moldawien, Rumänien und Odessa in der Ukraine. Die Reiseteilnehmerin Frauke Zelt berichtet über die letztjährige Bildungsreise und ihre Eindrücke aus der Region.

Von Frauke Zelt

Bildungsreise Westukraine : Freiheit ist unsere Religion

"Freiheit ist unsere Religion".  In Englisch und Ukrainisch stehen die Buchstaben auf riesigen Transparenten an einem mehrstöckigen Gebäude am Maidan in Kiew. Vom 23. Juli 2017 bis zum 2.8.2017 fand die erste Bildungsreise der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in die West-Ukraine statt. 24 Teilnehmende reisten mit dem Zug über Krakau, Lemberg (Lviv), Uzhgorod, Czernowitz in die Haupstadt der Ukraine Kiew. Inka Thunecke, Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg schildert ausführlich die Etappen dieser Osteuropareise.

Von Inka Thunecke

Afghanistan – Sicheres Herkunftsland? Fotovortrag von Erik Marquardt mit anschließender Diskussion

Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg lud am 05. Mai zu einem Fotovortrag über die aktuelle Situation in Afghanistan ein. Zu Gast waren Erik Marquardt, der die Balkanroute und Afghanistan als Fotograf bereiste, der Anwalt für Asylrecht Rolf Stahmann und die Europaabgeordnete Ska Keller, welche über die Situation vor Ort und die derzeitige Politik in Deutschlandn diskutierten.

Von Earenya Guerra

Bildungsreise: Von Hermannstädter Löchern und Malmkroger Büffeln

Die Reise durch den südlichen Teil Siebenbürgens (ein Teil der Region Zentrum) vom 4. Bis 14. Oktober 2016 führte 12 Teilnehmende durch Städte wie Sibiu (Hermannstadt), Sighişoara (Schäßburg) und Braşov (Kronstadt) und auch durch ländliche Regionen. Um das multikulturelle Siebenbürgen erfahren zu können, traf sich die Gruppe unter anderem mit Vertreter*Innen der drei größten Minderheiten (Siebenbürger Sachsen, Roma und Ungarn).

Von Julian Gröger

Zeitspuren

Im Projekt ZEITSPUREN arbeiten wir mit Jugendlichen aus ganz Brandenburg und sensibilisieren für Diskriminierungserfahrungen. Über historisch-gesellschaftliches Lernen in lokaler Umgebung erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit sich mit Diskriminierungen, ihren Ursachen und Folgen auseinanderzusetzen.

Innerhalb des von der Flick-Stiftung geförderten deutsch-israelischen Projektes ZACHOR und AWAR werden darüber hinaus pädagogische Konzepte zur Antidiskriminierungsarbeit  ausgetauscht und diese hier zum Einsatz in der außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen gebracht.

 

Kontakt

Robert Rostoski

E-Mail: rostoski@boell-brandenburg.de

Tel.: (0331) 200 578-19

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Werkstatt für politische Bildung e.V.

Dortustr. 52, 14467 Potsdam

Veranstaltungen

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Tagung zur zukunftsfähigen Landwirtschaft
Premnitz
-
Deutsch – Griechische Fachkräftebegegnung
Thessaloniki
Vertiefung
Potsdam
Alle Termine

Publikationen

Näherungen. Auseinandersetzung mit NS-Täter_innenschaft im lokalen Umfeld

Auch mehr als sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah notwendig. Besonders lokale NS-Täter_innenschaft, Ausgrenzung und Verfolgung vor Ort wurden bisher kaum aufgearbeitet. Der vorliegende Tagungsband setzt sich mit Täter_innenschaft im lokalen Umfeld auseinander und ist im Projekt "ORTSBEGEHUNG - Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft" entstanden.