Zusammen:Wirken

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Die demografische Entwicklung in Deutschland stellt die Verbände der Sozialwirtschaft vor große Herausforderungen. Wie andere ländliche Regionen auch, verliert Brandenburg gerade jüngere Bewohner und Bewohnerinnen an urbanere Gebiete, während die älteren Generationen vor Ort bleiben. Die immer älter werdende Gesellschaft und fehlender Nachwuchs für Fachberufe erschweren eine flächendeckende Versorgung in der Medizin und der Pflege im ländlichen Raum. Gleichzeitig ergeben sich durch verstärkte Migration nach Deutschland neue Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung im Haupt- und Ehrenamt. Doch diese Chancen der Zuwanderungsgesellschaft werden oft nicht gesehen. Gerade rechtpopulistische Gruppierungen versuchen die nach Deutschland kommenden Personen als Belastung und Gefahr darzustellen. Oft beherrschen Vorurteile und Angst vor der vermeintlichen „Andersartigkeit“ des Gegenübers die Debatten. Aber es gibt auch Verbände und Vereine, die diese Chancen einer vielfältigen Gesellschaft nutzen wollen.

Der Landesverband der Johanniter Berlin/ Brandenburg möchte durch die Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ das Projekt „Zusammen:Wirken im Verband“ durchführen, und so die Chance nutzen sich transkulturell zu öffnen und durch die Stärkung der innerverbandlicher Partizipation den Verband für eine starke, tatkräftige Zukunft rüsten. Dabei sollen auch die Werte einer gleichberechtigten Demokratie im eigenen Verband gelebt und gefestigt werden. Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg unterstützt die Johanniter- Unfall- Hilfe in diesem Prozess und profitiert während des Projektes durch die gemeinsame Entwicklung neuer Methoden und die Erschließung und Ansprache von neuen Zielgruppen.

Das Projekt baut auf einer fachbereichsorientierten Bedarfsanalyse auf, die durch Gespräche mit Schlüsselpersonen und Ideenboxen in den Johanniter Dienststellen erweitert wird. So sollen alle Mitarbeitenden in den Prozess der Bedarfsanalyse einbezogen und zur demokratischen Teilhabe in ihrem Verband ermutigt werden.

Das Thema transkulturelle Öffnung wird dabei sehr weit gefasst. Das Projekt strebt an  den Verband nicht nur für Menschen mit verschiedenen kulturellen oder nationalen Hintergründen zu öffnen, sondern den Verband zu einem Ort zu machen in der sich Personen allen Alter, Geschlechts, Gesundheit, Nationalität und Religion wertgeschätzt, respektiert und zum Mitmachen animiert fühlen. Denn nur wenn ein Verband es schafft sich auf allen Ebenen zu öffnen, kann von einem nachhaltigen Prozess ausgegangen werden. Da dies aber keine Entscheidung von oben sein kann, wollen wir die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden von vornerein in den Prozess einbeziehen und sie ermutigen ihren Verband selber zu gestalten.

Die Angebote beinhalten klassische Formate wie Kommunikationstraining, Weiterbildungen in interkultureller Kompetenz oder Anti- Diskriminierung. Diese werden zusätzlich an die fachlichen Bedarfe der Mitarbeitenden angepasst. Dazu ergänzen Informationsveranstaltungen, Teambuildingmaßnahmen, Ideenwerkstätten, Austausch und Begegnungen das Projekt. So soll Teilhabe auf allen Ebenen im Verband verankert und möglich gemacht werden. Die Angebote werden je nach den Bedarfen vor Ort angeboten und an die Arbeitszeiten der Mitarbeitenden angepasst, um so eine hohe Teilnahme zu ermöglichen. Am Ende des Projektes sollen Methoden zur transkulturellen Öffnung im Verband verstetigt werden, wozu auch mit dem Landesvorstand, sowie der Personal- und Ausbildungsabteilung zusammen gearbeitet wird.

Gefördert durch das Bundesministeriums des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“

Kontakt

Rebecca Ruff
Email: ZusammenWirken@boell-brandenburg.de
Tel.: 0331 200 578 - 19
Fax: 0331 200 578 - 20

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Werkstatt für politische Bildung e.V.
Dortustr. 52, 14467 Potsdam

 

 

 

Über Zusammen:Wirken

Das Modellprojekt „Zusammen:Wirken im Verband“ führt die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in Kooperation mit dem Landesverband der Johanniter Unfall Hilfe Berlin/ Brandenburg von März 2017 bis April 2019 durch. Das Projekt findet im Förderprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ statt und bietet den Kooperationspartnern die Möglichkeit miteinander in den Austausch zu treten und voneinander zu profitieren. Thematisch geht es um die interkulturelle Öffnung von Verbänden und die Stärkung der innerverbandlichen Teilhabe auf allen Ebenen.

Dabei sollen neben klassischen Angeboten auch neue Formate mit den Aktiven im Verband entwickelt und im Verband verstetigt werden. Das so entstehende modulare Weiterbildungsangebot kann nach Projektende für andere Verbände übernommen werden.

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