Donnerstag, den 01.07.2010 Samstag, den 03.07.2010 Dabei sein ist alles? Ob in der Schule, im Beruf, mit Freunden oder der Familie - dabei sein ist alles. Es fühlt sich einfach gut an, dazu zu gehören. Wer dauerhaft gestärkt und unterstützt wird, lebt nicht nur gesünder, sondern ist auch eher bereit, auf andere zuzugehen. Die Demokratie lebt davon, dass wir sie auf gleicher Augenhöhe mitgestalten. Kritikfähigkeit und eine konstruktive Streitkultur gehören dazu, denn ohne Gegenwind lernt man nicht, seine Meinung durchzusetzen und Unsicherheiten auszuhalten. Wer nie gegen den Strom schwimmt, kriegt keine Muckis! Manchmal passt die eigene Frisur, Meinung oder Hautfarbe nicht in das, was andere als „Normalität“ bezeichnen. Frisuren und Meinungen kann man ändern, Hautfarben nicht. Welchen Preis muss man heutzutage zahlen, um dazu zu gehören? Noch nie war der Mensch so frei wie heute. Die Welt steht uns offen, doch wie kann man sich in ihr bewähren? Unser Leben hat sich in den letzten Jahren stark verändert, nicht jede(r) kann da mithalten. Globalisierte Arbeitswelten fordern eine flexible Lebensplanung, durch die soziale Bindungen neu definiert werden. Manche sind world wide unterwegs, im Auslandssemester, Freundeskreis, Urlaub oder Internet. Andere sehen sich eher in ihrer Heimat verwurzelt und werden zu Hause aktiv. Dadurch driften unsere Erfahrungshorizonte zwangsläufig auseinander. Eine zunehmende soziale Ungleichheit bricht tiefe Furchen in unsere Gesellschaft, die überbrückt werden wollen. Das Projekt „Dancing to Connect“, das die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in Zusammenarbeit mit den New Yorker Tanzensembles „Battery Dance Company“ und „Drastic Action“ durchführt, möchte dazu beitragen, diese Brücken zu errichten. Unter dem Motto „Inklusion und Exklusion“ haben Jugendliche der Potsdamer Goethe-Schule und der Voltaireschule, des Marie-Curie-Gymnasiums Wittenberge, der Oberschule Wittenberge und der Freiherr-von-Rochow-Schule in Pritzwalk in einer harten Probewoche eigene Tanzchoreographien entwickelt. Unterstützt wurden sie dabei von professionellen Tänzern und Tänzerinnen aus Deutschland, den USA, Südafrika, Japan, Barbados oder Frankreich. In zwei öffentlichen Aufführungen in Wittenberge und Potsdam werden die Ergebnisse zusammen mit Performances der internationalen Gäste einem breiten Publikum vorgestellt. Die „Battery Dance Company“ wurde 1976 durch ihren Intendanten Jonathan Hollander gegründet. Ihre Choreographien vereinen Elemente aus Musik, Tanz, Schauspiel und visuellen Künsten. Im New Yorker Stadtteil Lower Manhattan beheimatet, produzierte das Ensemble in Zusammenarbeit mit Komponisten, Tänzern und Musikern bereits mehr als hundert Performances auf der ganzen Welt. Das Kollektiv „Drastic Action“ wurde 1989 von Aviva Geismar ins Leben gerufen, der heutigen künstlerischen Leiterin der Company. Geismars expressionistisches Tanztheater wird sowohl von psychologischen und emotionalen Impulsen als auch von Nuancen und Paradoxien menschlichen Verhaltens inspiriert. Das Projekt – 2010 bereits zum zweiten Mal in Brandenburg – vereint unter dem Namen „Dancing to Connect“ nicht nur Profis und Laien, die Landeshauptstadt Potsdam und die Prignitz oder verschiedene Schultypen, sondern auch jene, die sich selbst innerhalb oder eher außerhalb der Gemeinschaft sehen. Tanzen, um sich zu begegnen. Als Kooperationspartner von „Dancing to Connect“ in Brandenburg freuen wir uns, das Projekt zu begleiten und dadurch einen Beitrag für ein buntes Miteinander zu leisten. Unterstützen Sie uns dabei! |
|