| Mittwoch, 27. Juni 2007, um 19.30 Uhr
Konservieren - Restaurieren - Vermarkten - Vernutzen: Mit der Einkreisung dieser vier, sich teilweise widersprechenden Optionen modernen Umgangs mit kulturellen Hinterlassenschaften, hat es die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit ihrem derzeitigen Generaldirektor Hartmut Dorgerloh nicht leicht. Angesichts der emsigen Bau- und Umbautätigkeit, mit der das brandenburg-preußische Herrscherhaus samt Entourage versuchte mit der Präsentation auswärtigen Kulturgeschehens in Brandenburg nicht allzu verspätet aufwarten zu können, fällt es schwer, das Originale auszumachen, dessen Wiederherstellung angesichts der Kriegsschäden und -verluste so aufwendig und teuer, sehr teuer ist. Wer in Filzpantoffeln durch Sanssouci schlappt und Bilder anschaut, die dort schon vor rund 250 Jahren angeschaut wurden, spürt, dass das Eintrittsgeld zwar den Zutritt in die Räumlichkeiten gewährt, aber als Erinnerungsort bleibt das Gebäude uns zugleich fern. Was sollen wir mit und aus dem teuren Welterbe in der Region machen, wenn es denn mehr sein soll als (nur noch teilweise) begehbare Immobilien mit beschränkter Nutzung? Als Kunsthistoriker war Hartmut Dorgerloh zunächst Denkmalpfleger in der DDR und bis in die 90er Jahre, dann Gründungsbeauftragter für das Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte in Potsdam und ist nun seit 2002 Generaldirektor der SPSG. Seinem Vorgänger Giersberg war es gelungen, die feudalen Hinterlassenschaften dem Verwertungsinteresse von Staats- und Parteiführung zu entziehen. Auch heute braucht es mehr als einen Denkmalpfleger, eher einen Equilibristen: Geldgeber und Liebhaber, Preußenfans, Nachfahren und Volksparker, Flaneure und Badende, Rasende und Rastende – alle erheben Ansprüche auf ein Erbe, das ihnen allen nicht gehört.
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Unsere Mittwochsgesell- schaft tagt in der Regel an jedem letzten Mittwoch im Monat. |