Mittwoch, 28. November 2007, um 19.30 Uhr
Haus Charlotte, Charlottenstraße 31, 2. Stock, Potsdam
Unser Gast: Dr. Bahman Nirumand
Kommt der „Dritte Weltkrieg“?
Moderation: Inka Thunecke und Joachim Gessinger
Immer wieder war in der letzten Zeit vom „Dritten Weltkrieg“ die Rede. Mal sprach der französische Außenminister darüber, mal George Bush und mal Rupprecht Polenz von der CDU. Handelt es sich um eine rhetorische Floskel oder steht dahinter eine reale Drohung oder ein Bedrohungspotential? Ist der Iran ein Achsenlager des Bösen oder (un)freiwilliger Statist in einem Drehbuch, das wir aus dem Vorfeld des Irak-Krieges schon kennen? In jedem Fall ist die Region instabil und wird durch widerstreitende Interessen der USA, Russlands, einiger europäischer Staaten und neuerdings auch Chinas und Indiens weiter destabilisiert. Das Feindbild des Islam und der Islamisten wird seit dem 11. September durch Politiker im In- und Ausland und jeglicher Couleur unermüdlich mobilisiert. Die täglichen Nachrichten melden aus dem nahen und mittleren Osten Anschläge von Selbstmordattentätern und blutige Konflikte zwischen verfeindeten Bevölkerungsgruppen und Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Religiös aufgeladene Ethnisierung führt zur Barbarisierung der Gesellschaften und beschleunigt ihren Zerfall in Teilpopulationen, die je nach politischer Interessenlage als Alliierte im Kampf gegen den Terror unterstützt oder als Teil desselben bekämpft werden. Im Nahen und mittleren Osten ist daraus ein explosionsfertiges Gemisch geworden – und der Iran hat zwei Nachbarn, in denen der bewaffnete Demokratie-Export zu einer nicht mehr beherrschbaren Situation geführt hat: Afghanistan und Irak. Lässt sich die Welt kurz hintereinander zum zweiten Mal einen Krieg aufzwingen, der in ihrem Namen geführt und mit dem sie erneut getäuscht wird?
Zu dieser Mittwochsgesellschaft haben wir Dr. Bahman Nirumand eingeladen. Bahman Nirumand wurde in Teheran geboren, lebte in Deutschland und im Iran. Nach der Machtergreifung der Ayatollahs hat er den Iran verlassen. Er ist ein ausgewiesener Spezialist für die Region und hat viele Bücher zum Thema publiziert.