Mittwoch, 23. Februar 2005 , um 19.30 Uhr
Nauener Tor (Westflügel), Friedrich-Ebert-Straße,  Potsdam

Unser Gast: Dr. Rudolf Leiprecht (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Populismus und Polarisierung in den Niederlanden - vor und nach der Ermordung Theo van Goghs

Moderation: Inka Thunecke & Joachim Gessinger


Im November 2004 wurde Theo van Gogh in den Niederlanden ermordet. Es
war in kurzer Zeit der zweite politische Mord in den Niederlanden.
Nach der Ermordung des rechtspopulistischen Politikers Pim Fortuyn
durch einen radikalen Tierschützer wurde jetzt Theo van Gogh
umgebracht - eine grausame Hinrichtung, die schockiert und fassungslos
macht, ausgeführt von einem jungen niederländischen Marokkaner, der
einen extremistischen politischen Islamismus vertritt. Die Reaktionen
auf diesen Mord sind schnell auf die Bundesrepublik übergesprungen und
haben am Ende des Jahres eine heftige Debatte über das Konzept einer 
multikulturellen Gesellschaft ausgelöst. Die langjährige 'Toleranz'
der Niederlande wurde ebenso beschworen wie ihr Scheitern und damit
das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft insgesamt verworfen.
Ausländerfeindliche Stereotypen und die unselige 'Leitkultur' hatten
wieder Konjunktur. Wir möchten in unserer Mittwochsgesellschaft noch
einmal zurückschauen, zunächst die Situation in den Niederlanden
analysieren und uns dann der Diskussion in der Bundesrepublik zuwenden.

Unser Gast Dr. Rudolf Leiprecht ist ein Pendler zwischen den
Niederlanden und Deutschland. Er befaßt sich insbesondere mit
multikultureller Pädagogik. Wir freuen uns, einen Kenner der
Niederlande und der Diskussion über die multikulturelle Gesellschaft
für diesen Abend gewonnen zu haben.