Mittwoch, 14. Dezember 2005 , um 19.30 Uhr
im Nauener Tor (Westflügel), Friedrich-Ebert-Straße,  Potsdam


Unser Gast: Prof. Dr. Harald Welzer (Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen)

Täter - Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

Moderation: Inka Thunecke und Joachim Gessinger


Schon mehrfach war der 60. Jahrestag der Befreiung und damit des Endes des Zweiten Weltkrieges Thema in unseren Veranstaltungen in diesem Jahr. Im April haben wir eine Diskussion zur Erinnerungskultur mit einer polnischen und einer deutschen Perspektive in der Mittwochsgesellschaft organisiert. Im Juni haben wir eine Veranstaltung zum gleichen Thema in der Gedenkstätte Sachsenhausen durchgeführt. In unserer letzten Diskussionsrunde vor dem Jahreswechsel wollen wir noch einmal zurückschauen in die Kriegszeit und uns mit den unbegreiflichen Massenmorden beschäftigen. Harald Welzer hat dieses Thema in einer kürzlich erschienenen Monographie wissenschaftlich bearbeitet. Er ist der Frage nachgegangen, wie es geschehen konnte, dass Menschen andere Menschen mit technischer Präzision und arbeitsteilig organisiert umbringen konnten. Beunruhigendes erwartet uns, denn Genozid, Massenmorde und Massenhinrichtungen sind keineswegs Geschichte. Hilf- und fassungslos versuchen wir das Unbegreifbare zu verstehen. Wir wollen heute Abend eine Annäherung an dieses schwierige Thema versuchen.

Prof. Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und hat eine Forschungsprofessur für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Methodisch arbeitet er im Bereich der Erinnerungsforschung. Seine sicherlich bekannteste Arbeit ist „Opa war kein Nazi“.