Mittwoch, 29. März 2006, 19:30 Uhr
Potsdam, Wiener Café, Luisenplatz 4, 1. Stock

Unser Gast: Dr. Lutz Hachmeister
Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik, Berlin

Thema: Über Mediendemokratie, Information und Meinungsbildung in den öffentlich-rechtlichen Medien

Moderation: Inka Thunecke und Joachim Gessinger 

Sieht und hört man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Rundfunk besser, weiter, und genauer  - oder sind nur die Quizfragen dem gehobeneren Bildungsniveau derer angepasst, die noch nicht als Konsumenten der Privaten vermutet werden? 

Die öffentlich-rechtlichen Medien haben einen Informations- und Bildungsauftrag. Was ist davon übrig geblieben, wenn die einschlägigen Sendungen auf Kurzformate und Sendeplätze weit jenseits der First Primetime geschrumpft und verschoben werden. Dokumentationen, die neben den Nachrichtensendungen eine wichtige Informationsquelle sind, werden seltener. Das ‚Kleine Fernsehspiel’ – einst das Podium für junge Film- und Fernsehschaffende und eine der langlebigsten Nischen für anspruchsvolle Debuts in Drehbuch, Regie und Darstellung, muss mit einem stagnierenden Etat auf einem nachmitternächtlichen Sendeplatz zufrieden sein.

Bürgerinnen und Bürger haben heute neue Zugänge zu Informationen als Grundlage einer seriösen Meinungsbildung, neue Formen der Kulturproduktion und –rezeption sind entstanden. Aber können Internet und Zeitungslektüre die Funktion von Funk und Fernsehen als Medium für Information und (Kultur-)Bildung ersetzen? Sollten wir uns besser eine schnelle DSL-Flatrate zulegen statt der GEZ weiterhin Gebühren für viel trash & Co zu überweisen? Oder darauf insistieren, dass die politischen Rahmenbedingungen für die  ‚Grundversorgung’, die von den Öffentlich-Rechtlichen zu leisten ist, erhalten bleiben?

Wir wollen diese Fragen mit Dr. Lutz Hachmeister diskutieren. Er ist Gründungsdirektor des im Februar 2006 gegründeten Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik. Er ist Journalist, Autor und Regisseur. Zu seinen Filmen zählen der Dokumentarfilm „Das Goebbels Experiment“. Er war Direktor des Grimme Instituts und Leiter des Kölner Fernseh- und Filmfests. Er ist ein Kenner der Medienpolitik und der Funktionsweise von Medien.