Rückschau und Aufzeichnungen zur Online-Tagung: "Typisch Deutsch?"

Das Veranstaltungsvisual mit allen Informationen zur Veranstaltung "txpisch Deutsch". Der Text ist durch die geometrischen Formen des Projekts MIT:MENSCHEN eingerahmt

Am 15. Mai 2020 fand die Online-Abschlusstagung „Typisch Deutsch? – Auseinandersetzungen um Nation, Identität und Zugehörigkeit“ des Projekts MIT:MENSCHEN der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg statt.

Gemeinsam mit Thorsten Mense, Kübra Gümüsay, Max Czollek, Professor Dr. Jan Plamper, Armaghan Naghipour und vielen Mehr wurden in vier Stunden die Konstruktionen von Nation, Identität und Zugehörigkeit kritisch reflektiert und alternative Perspektiven auf ein „Deutsch-Sein“ eröffnet.

Moderiert wurde die Tagung durch die Journalistin und Schriftstellerin Hatice Akyün.

Es gelang, progressive Gegenantworten gegen ethnisierende Vorstellungen des Deutsch-Seins zu formulieren und unterschiedliche Strategien für die Stärkung einer vielfaltsbejahenden Gesellschaft - von einer alternativen performativen Praxis bis hin zu einer Überwindung tradierter (Integrations-)Paradigmen -  aufzuzeigen.
Teilgenommen haben rund 900 Personen, wodurch eines klar wird: Das Thema ist präsent, aktuell und relevant.


Einige der Videos der Teilnehmenden können wir Ihnen heute zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um die Beiträge von Thorsten Mense, Prof. Dr. Jan Plamper und Max Czollek sowie um die Podiumsdiskussion mit der Moderatorin Hatice Akyün und den Gästen Armaghan Naghipour, Jan Plamper und Max Czollek.

Die Videos in der Übersicht:

 

Vortrag 1. inkl. Fragen der Zuschauer*innen:
Wer sind wir, und wenn ja, wie viele?
Über nationale Identitätu nd postmigrantische Realität
Thorsten Mense

Der Soziologe Thorsten Mense erläutert in seinem Vortrag, wie ethnisierende Vorstellungen des Deutsch-Seins entstanden sind und wie Nation, Identität und Zugehörigkeit ineinandergreifen. Mit einem Blick auf das vermeintlich „typisch Deutsche“ argumentiert Thorsten Mense, dass die Vorstellungen nationaler Zugehörigkeit schon längst nicht mehr der postmigrantischen Realität moderner Gesellschaften entsprechen und bietet eine progressive Antwort auf die homogenisierende Tendenz nationaler Identitäten.


 


Workshop 1. inkl. Zuschauerbeteiligung

Wie können Strategien des Widerstands und der Selbstermächtigung gegen Ausgrenzung aussehen?
Max Czollek

Der renommierte Autor Max Czollek widmet sich in seinem Workshop der Frage, wie Strategien des Widerstands und der Selbstermächtigung gegen Ausgrenzung aussehen können. Schnell wird klar, dass das etablierte Integrationsparadigma keine Antwort liefert. Etablierte Konzepte sind laut Max Czollek nicht imstande, Vielfalt und Antidiskriminierung in der Gesellschaft zu fördern. Er plädiert stattdessen für den Ansatz der „radikalen Vielfalt“.



 


Workshop 2. inkl. Zuschauerbeteiligung
Wie können wir aus unserer Geschichte ein neues Verständnis von Zugehörigkeit entwickeln?
Prof. Dr. Jan Plamper

Der Historiker Professor Dr. Jan Plamper beschäftigt sich in seinem Workshop mit der Frage, wie wir aus unserer Geschichte ein neues Verständnis von Zugehörigkeit entwickeln können. Die Abkehr von einer alten Form der Geschichtsschreibung ist wichtig, um eine vielfaltsbejahendes Verständnis des „Deutsch Seins“ zu etablieren. Dazu führt er in die Kerngedanken seines Buches „Das neue Wir“ ein.


 


 

Podiumsdiskussion: Brauchen wir überhaupt eine kollektive Identität des Deutsch-Seins?

In diesem Video diskutieren die Rechtswissenschaftlerin Armaghan Naghipour, der Historiker Professor Dr. Jan Plamper, sowie der Autor Max Czollek gemeinsam über die kollektive Identität des „Deutsch-Seins“ und mögliche Strategien auf dem Weg hin zu einer vielfaltsbejahenden, toleranten Gesellschaft. Moderiert wird die Abschlussdiskussion von  der freien Journalistin und Schriftstellerin Hatice Akyün.