Bildungsreise in die Westukraine

Bildungsreise in die Westukraine 14.7. – 25.7.2019

Vorläufiges Programm:

Tag 1
Treffen am Nachmittag in Berlin, Nachtzugfahrt nach Przemysl

Tag 2
Morgen und Mittag in Przemysl, Stadtspaziergang, am Nachmittag Zugfahrt nach Lemberg, Ankunft im Hotel, Abendessen

Tag 3
Stadtspaziergang in Lemberg, Besuch des „Schewtschenkiwskyj Haj“ Freilichtmuseums, Gespräch zur ukrainischen Identität und Geschichte

Tag 4
Weitere Erkundungen in Lemberg, Einführung in die Geschehnisse auf dem Kiewer Maidan im Februar 2014, Gespräch mit Studierenden: Wie lebt es sich derzeit in der Ukraine?

Tag 5
Zugfahrt durch Transkarpatien nach Ushgorod, Stadtführung, Vortrag über die multikulturelle Region und den Status der Minderheiten

Tag 6
Ausflug aufs Land: Wie lebt es sich in der ländlichen Region? Welche Herausforderungen gibt es für die Menschen? Gespräch zu Potenzialen der ukrainischen Landwirtschaft, Abend in Ushgorod

Tag 7
Fahrt  von  Ushgorod  nach  Ivano-Frankiwsk (Mittagspause und Spaziergang) und weiter nach Czernowitz, Stadtspaziergang

Tag 8
Besuch  des  jüdischen  Friedhofs  und  Museums  in  Czernowitz, Gespräche zum jüdischen Erbe der Stadt

Tag 9
Czernowitz und die Bukowina als Literaturregion, auf den Spuren von Paul Celan und Rosa  Ausländer und Gespräche zum Umgang der Stadt mit diesem Erbe, Nachtzugfahrt nach Kiew

Tag 10
Ankunft in Kiew, Besuch des Historischen Museums, Gespräche zur aktuellen politischen Lage, Treffen mit Studierenden

Tag 11
Stadterkundungen in Kiew, Einstieg in den Nachtzug nach Warschau

Tag 12
Umstieg in Warschau, Ankunft in Berlin am Nachmittag

 

Bericht der letzten Westukraine-Reise:

Bildungsreise Westukraine : Freiheit ist unsere Religion

"Freiheit ist unsere Religion".  In Englisch und Ukrainisch stehen die Buchstaben auf riesigen Transparenten an einem mehrstöckigen Gebäude am Maidan in Kiew. Vom 23. Juli 2017 bis zum 2.8.2017 fand die erste Bildungsreise der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in die West-Ukraine statt. 24 Teilnehmende reisten mit dem Zug über Krakau, Lemberg (Lviv), Uzhgorod, Czernowitz in die Haupstadt der Ukraine Kiew. Inka Thunecke, Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg schildert ausführlich die Etappen dieser Osteuropareise.

Von Inka Thunecke

Allgemeines

Seit der Unabhängigkeitserklärung von der Sowjetunion 1991 gilt die Ukraine als zerrissenes Land. Die eine Hälfte fühlt sich europäisch und sieht die Zukunft der eigenen Gesellschaft in der Integration in eine europäische Staatenfamilie. Die andere Hälfte sieht sich näher mit Russland verbunden. Im Februar 2014 kam es dann zur blutigen Zerreißprobe und seit dem gibt es im Osten des Landes Krieg und die Krim ist unter russischer Kontrolle. In der Westukraine hat man den Sturz des Präsidenten Wiktor Janukowytsch 2014 befürwortet. Die Mehrheit hat Ukrainisch als Muttersprache und Europa ist für viele sehr nah. Der Krieg im Osten und die damit verbundenen inneren Flüchtlinge hat eine große Welle der Solidarität mit den Geflüchteten und der Armee zur Folge. Mittlerweile ist allerdings Ernüchterung eingetreten und vielen geht der gesellschaftliche Wandel nicht schnell genug.

Wir möchten in den elf Tagen vielen Menschen begegnen, die uns Einblicke in ihr Leben geben können: Wie lebt es sich in einem Land, in dem Krieg herrscht? Auf wen und was basieren die Hoffnungen der Menschen? Mit welcher Geschichtsschreibung identifiziert man sich?
Mit politischen Akteuren wollen wir Fragen erörtern, wie etwa: Inwieweit hat auch hier der globale Trend zum Nationalismus und zum Populismus Einzug gehalten? Was ist im Februar 2014 auf dem Maidan passiert? Wer hat die Toten zu verantworten? Welchen Weg aus der Krise kann man skizzieren? Nichtzuletzt soll es auch um unsere Rolle gehen. Wie kann man die Menschen unterstützen? Welche Kontakte braucht es? Was sollte die Rolle Deutschlands oder auch der EU in diesem Konflikt sein?

Neben diesen politischen Fragen, die im Angesicht der Situation 2019 einen großen thematischen Raum der Reise einnehmen werden, werden wir uns mit der Kulturgeschichte der Region (vor allem in Ushgorod und Czernowitz) beschäftigen. Wir werden in Transkarpatien wunderschöne Landschaften kennenlernen, das Landleben wahrnehmen und in Lemberg eine urbane Perle erleben dürfen. Abschließend resümmieren wir unsere Eindrücke mit einem Besuch in der Hauptstadt Kiew.

 

Organisatorisches und Teilnahmebedingungen

Bildungsreise mit den Zug:

Für  die  Hin-  und  Rückfahrt  nutzen  wir  bewusst  die  klimafreundlichere Beförderung  mit  dem  Zug.  Eine  Bahnfahrt  ermöglicht  es  uns  zusätzlich, räumliche Distanz anders wahrzunehmen und zu erleben was es heißt, fernzureisen.  Die  Teilnehmenden  können  sich  auf  den  Fahrten  kennenlernen  und austauschen.  Im Programm sind drei Nachtzugfahrten: Berlin-Przemysl, Czernowitz-Kiew und Kiew-Warschau.

 

Programm und Leitung:

Julian Gröger ist Bildungsreferent der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. In
den  Jahren  2001/02  machte  er  seinen  Friedensdienst  in  Siebenbürgen  und
war 2007-09 Lektor an der ULIM Universität in Chisinau, Moldova. Er ist eng
mit  der  Region  verbunden  und  spricht  unter  anderem  Rumänisch  und
Russisch.  Er  freut  sich  darauf,  andere  Menschen  für  seine  Lieblingsregionen
begeistern zu dürfen und hat schon mehrere Bildungsreisen geleitet.

Die Anerkennung als Bildungsurlaub wird beantragt.

Preis/ Teilnahmegebühr:

1.300,- € im Doppelzimmer
250,- € Zuschlag für Unterbringung im Einzelzimmer (nur in begrenzter Zahl möglich)
300,- € Rabatt für Geringverdienende mit Begründung möglich
Preisänderungsvorbehalt  (gesetzlich  vorgeschrieben  seit  dem  1.11.2008): Eine
entsprechende  Anpassung  des  Preises  ist  im  Falle  der  Erhöhung  der
Beförderungskosten  oder  einer  Änderung  der  für  die  betreffende  Reise
geltenden Wechselkurse zulässig.

Leistungen:

Zug- und Busfahrten von Berlin Hbf nach Kiew mit Aufenthalten in Przemysl, Lemberg, Ushgorod, Ivano-Frankiwsk und Czernowitz (Rückfahrt über Warschau im Liegewagen in 4er Abteilen); sieben Übernachtungen in Mittelklassehotels mit Frühstück; Stadtführungen; alle Eintritte und Führungen gemäß Programm. Nicht enthalten: Trinkgelder, persönliche Ausgaben, nicht angegebene Mahlzeiten und alkoholische Getränke.

Anmeldung:

Anmeldung bis zum 15. April 2019 möglich.
Schriftlich (Post, Fax oder eMail) bei
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg, Dortustraße 52, 14467 Potsdam
Fon  0331 – 200 578 0  l  Fax  0331 – 200 578 20
eMail  anmeldung@boell-brandenburg.de
oder online unter www.boell-brandenburg.de