Bildungsreise nach Moldova

Bildungsreise von Sibiu über Bukarest, Chisinau und Tiraspol nach Odessa 23.8. – 02.09.2019 

Urheber/in: Proteste in Chișinău 2009 | Foto: Moldovarious.com. All rights reserved.

Vorläufiges Programm:

Tag 1
Nachmittags Treffen in Berlin, Kennenlernen und Einführung ins Programm der Reise, abends Abfahrt vom Berliner Hbf

Tag 2
Morgens Umstieg in Budapest, Abends Ankunft in Sibiu (Hermannstadt)

Tag 3
Stadtspaziergang in Sibiu, Gespräch über die „Revolution“ im Dezember 1989 und über die Situation der Siebenbürger Sächsinnen und Sachsen, Nachmittags Zugfahrt nach Bukarest

Tag 4
Stadtspaziergang in Bukarest mit Fokus auf die Schauplätze vom Dezember 1989, Gespräch über die aktuelle politische Lage, Abends: Nachtzug nach Chișinău

Tag 5
Morgens Ankunft in Chișinău und freier Vormittag; Stadtspaziergang und Abends ein Gespräch über die Identität Moldovas und die Entwicklungen seit 1991, Besichtigung des Historischen Museums

Tag 6
Ausflug zum Projekt Eco-village in Rîșcova: Besuche bei Dorfbewohnern, Übernachtung im Dorf Riscova

Tag 7
Ein Tag in Rîșcova: Dorfleben, Besichtigung des Höhlenklosters Orheiul Vechi, Gespräche über ländliche Entwicklung in Moldova (Ruhetag)

Tag 8
Zurück nach Chișinău, Gespräche zur aktuellen politischen Lage mit Politikerinnen und Politikern sowie Analystinnen und Analysten, Feier des "Tages der Sprache"

Tag 9
Fahrt nach Tiraspol, Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und Repräsentantinnen und Repräsentanten des abtrünnigen Transnistriens, Abends Fahrt nach Odessa

Tag 10
Tag in Odessa: Stadtspaziergang, Gespräche zur aktuellen politischen Lage und über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland

Tag 11
Abflug/ Abfahrt nach Berlin ab Odessa.

 

Bericht der letzten Moldawien-Reise:

Moldawien - Ein Reisebericht

Moldawien, Rumänien und Odessa in der Ukraine. Die Reiseteilnehmerin Frauke Zelt berichtet über die letztjährige Bildungsreise und ihre Eindrücke aus der Region.

Von Frauke Zelt

Allgemeines

Rumänien-Moldova-Ukraine – da haben sich nach 1989 bzw. 1991 drei Länder auf  den  schwierigen  Weg  der  Transformation  begeben  und  sind  nun  an unterschiedlichen  Punkten angekommen. Wir wollen auf dieser  Reise versuchen zu verstehen, was zu diesen drei unterschiedlichen Entwicklungen geführt hat. Wir möchten erfahren, welche Hoffnungen die Menschen vor Ort haben  und  wie  man zusammen an einer gemeinsamen  Zukunft  arbeiten könnte.

In Rumänien werden wir besonders auf die Geschehnisse im Dezember 1989 eingehen.  Zwischen  Revolution  von  unten  und einem  von  oben geplanten Staatsstreich ist es hier eine feine Grenze. Stimmt das westliche Narrativ, dass sich die Rumän/innen mit der Wahl des Präsidenten Iohannis 2014 und dem Rücktritt   des   PSD-Ministerpräsidenten   Ponta   2015   endlich   ihrer Vergangenheit  entledigt  haben?  Für  diejenigen,  die  schon  mit  uns  in Siebenbürgen  waren,  ist  dies  thematisch  und  auch  örtlich  sozusagen  die Anschlussreise.

Die  politische  Situation  in  Moldova  und  der  Ukraine  wird  in  westlichen Medien  gern  in  einen  Topf  geworfen:  Es  gibt  in  beiden  postsowjetischen Ländern eine abtrünnige Republik und das Verhältnis zu Russland spaltet die Gesellschaften  in  zwei  Lager. Außerdem  regieren  hier  Oligarchen,  die  sich auf  Kosten  der  Mehrheit  bereichern. Die  EU-Annäherung  trägt  (noch)  nicht die erhofften Früchte und ist 2017 keine konsensfähige Perspektive.
Was bedeutet es, in einem Land zu leben, in dem die Mehrheit der Bevölkerung kein Vertrauen in die herrschende Elite und in die Organe des Staates hat? Welche Zukunftsperspektiven gibt es? Welche Wünsche haben junge Menschen vor Ort und wie kann man von außen helfen?

Die  meiste  Zeit  unserer  Reise  werden  wir  in  Moldova  verbringen. Hier werden wir uns auch mit der Rolle der Kirche beschäftigen und erfahren, welche Rolle heutzutage die Landwirtschaft spielt – im ehemaligen Obst- und Gemüsegarten der Sowjetunion. Das ist auch kulinarisch ein Versprechen.

 

Organisatorisches und Teilnahmebedingungen

Bildungsreise mit den Zug:

Für  die  Etappen  der  Hinfahrt  nutzen  wir  bewusst  die  klimafreundlichere Beförderung  mit  dem  Zug.  Eine  Bahnfahrt  ermöglicht  es  uns  zusätzlich, räumliche Distanz anders wahrzunehmen und zu erleben was es heißt, fern zu reisen.  Die  Teilnehmenden  können  sich  auf  den  Fahrten  kennenlernen  und austauschen.  Zurück  aus  Odessa  bieten  wir  an,  entweder  das  Flugzeug  zu nehmen oder  über Kiew und Warschau mit dem Zug zu fahren.

 

Programm und Leitung:

Julian Gröger ist Bildungsreferent der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg. In den  Jahren  2001/02  machte  er  seinen  Friedensdienst  in  Siebenbürgen  und war 2007-09 Lektor an der ULIM Universität in Chisinau, Moldova. Er ist eng mit  der  Region  verbunden  und  spricht  unter  anderem  Rumänisch  und Russisch.  Er  freut  sich  darauf,  andere  Menschen  für  seine  Lieblingsregionen begeistern zu dürfen und hat schon mehrere Bildungsreisen geleitet.

Die Anerkennung als Bildungsurlaub wird beantragt.

Preis/ Teilnahmegebühr:

1.300,- € im Doppelzimmer
250,- € Zuschlag für Unterbringung im Einzelzimmer (nur in begrenzter Zahl möglich)
300,- € Rabatt für Geringverdienende mit Begründung möglich
Preisänderungsvorbehalt  (gesetzlich  vorgeschrieben  seit  dem  1.11.2008): Eine entsprechende  Anpassung  des  Preises  ist  im  Falle  der  Erhöhung  der Beförderungskosten  oder  einer  Änderung  der  für  die  betreffende  Reise geltenden Wechselkurse zulässig.

Leistungen:

Zugfahrten von Berlin Hbf nach Odessa mit Aufenthalten in Sibiu, Bukarest, Chișinău  und  Tiraspol  (für  zwei  Nachtzüge:  Liegewagen  in  4er  Abteilen); sieben Übernachtungen in Mittelklassehotels mit Frühstück; Stadtführungen; alle Eintritte und Führungen gemäß Programm. Rückflug oder Rückfahrt aus Odessa nach Berlin. Nicht enthalten: Trinkgelder, persönliche Ausgaben, nicht angegebene Mahlzeiten und alkoholische Getränke.

Anmeldung:

Anmeldung bis zum 22. April 2019 Schriftlich (Post, Fax oder eMail) bei Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg, Dortustraße 52, 14467 Potsdam
Fon  0331 – 200 578 0  l  Fax  0331 – 200 578 20
eMail  anmeldung@boell-brandenburg.de
oder online unter www.boell-brandenburg.de