Sexuelle Orientierung & Identität

Franziska & Amelie Wetzlar

Wir waren überrascht und erfreut, wie viele lesbische Frauen es hier gibt - auch viele Einheimische!

Milchschäferin & Käserin, Quappendorf

Alexander Ernst

Homosexualität ist etwas ganz Normales - die Menschen könnten sich langsam mal daran gewöhnen!

Dozent der Erwachsenenbildung, Luckau

Rebecca Lau

Wer mich nicht so nimmt, wie ich bin, kriegt mich gar nicht!

Studentin, Cottbus

Michael Ziltz

Wir sind Teil dieser Gesellschaft und haben Rechte und Pflichten. Punkt!

Sozialarbeiter, Cottbus

Fotos: Barbara Dietl

Wer liebt hier eigentlich wen?

Wer ist denn schon normal?

Heterosexualität ist nur eine von verschiedenen sexuellen Orientierungen. Neben der Liebe zwischen Mann und Frau gibt es auch in Brandenburg lesbische, schwule, bisexuelle, intersexuelle, trans* und andere queere Orientierungen und Identitäten. Diese sexuellen Orientierungen und Identitäten sind nicht weniger »normal« als die Heterosexualität. Die sexuelle Identität eines Menschen gehört zu seiner Persönlichkeit und ist so unterschiedlich, wie die Menschen eben auch.

Homo? Queer? Trans*? Was…?

Wenn man über sexuelle Orientierungen und Identitäten spricht, hat man es schnell mit vielen eher unbekannten Begriffen zu tun. Was soll das Sternchen bei trans*? Und was bedeutet LSBTIQ? LSBTIQ steht als Abkürzung für alle nicht-heterosexuellen Orientierungen und Identitäten und meint damit lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen. Homosexuelle Menschen begehren das eigene Geschlecht – Frauen lieben Frauen (lesbische Liebe), Männer lieben Männer (schwule Liebe). Bisexuell beschreibt die sexuelle Orientierung, wenn eine Frau sich zu Männern und Frauen bzw. ein Mann sich zu Frauen und Männern hingezogen fühlt. Unter trans* ist zu verstehen, dass jemand körperlich als Mann geboren wurde, sich aber als Frau fühlt oder sich umgekehrt als körperliche Frau dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlt. Das Sternchen ist ein sprachlicher Platzhalter für die verschiedenen Selbstbeschreibungen. Intersexuelle Menschen haben von Geburt an sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale und können keinem eindeutigen biologischen Geschlecht zugeordnet werden. Mit der Möglichkeit keine Angabe zum Geschlecht im Geburtsregister machen zu müssen, gibt es seit 2013 auch in Deutschland offiziell das »Dritte Geschlecht«. Queere Menschen sind der Auffassung, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher aber gleichberechtigter sexueller Orientierungen gibt und dass jeder Mensch seine eigene Geschlechtsidentität selbst bestimmen kann. Sie lehnen die Heteronormativität ab, das heißt die Annahme, dass nur die heterosexuelle Orientierung »normal« sei. Außerdem wird queer als Sammelbegriff für LSBTIQ-Orientierungen und Identitäten verwendet. Mit dieser Auflistung sind längst nicht alle sexuellen Orientierungen und Identitäten beschrieben.

Bist du schwul oder was?

Auch heute noch und auch in Brandenburg sind LSBTIQ-Menschen mit Vorurteilen konfrontiert. Sie werden angefeindet und bedroht. Aus Angst vor Diskriminierungen bekennen sich viele LSBTIQ-Menschen nicht offen zu ihren Gefühlen, sie lieben und leben versteckt. Aber warum ist die nichtheterosexuelle Identität eines Menschen ein Grund für Ausgrenzung und Hass? LSBTIQ-Menschen stellen offenbar durch ihre bloße Existenz die zweigeschlechtliche und heterosexuelle Norm in Frage. Sie rütteln an fixen Vorstellungen von »Weiblichkeit«, »Männlichkeit« und »Liebe« und zeigen wie viele Variationen das Leben bereithält. Das ist kein Verbrechen – das ist normal.