Ausstellung

XXII. Rohkunstbau - Zwischen den Welten - Between the Worlds

Neben Neuentdeckungen begegnen den Besucher/innen der Ausstellung bekannte Namen wie Angela de la Cruz, spanische Bildhauerin und Objektkünstlerin, die 2010 für den Turner Preis nominiert war, oder Hamid Sulaiman, der syrische Comiczeichner, der als Chronist des Arabischen Frühlings Popularität erlangte. Die chinesische Konzeptkünstlerin und Kalligraphin Jia konfrontiert in ihrem Beitrag „Mini-Shop“ bei „ROHKUNSTBAU“ in berührender Weise mit dem Schicksal „zurückgelassener Kinder“.

Schätzungsweise 60 Millionen chinesische Kinder von Wanderarbeiter/innen wachsen fernab ihrer Eltern auf, weil das seit den 1950er-Jahren bestehende „Hukou System“ sie an ihre Heimatprovinzen bindet. Nur dort können sie die Schule besuchen. Auch Jia wuchs bei den Großeltern auf. Als wundersamen Ort „zwischen den Welten“ der Schule und des Zuhauses empfand sie Mini-Shops, in denen Kinder für kleines Geld Süßigkeiten bekommen und das Gefühl des „Zurückgelassenseins“ für kostbare Momente weggewischt erscheint. Im Schloss Roskow eröffnet die mittlerweile in Berlin beheimatete Chinesin einen dieser magischen Mikroshops.

Für die Kinder in Ammar al Beiks Video „La dolce Siria“ schieben sich Kinder- und Erwachsenenwelt bedrückend ineinander: Während die Kinder in einem Vorgarten mit einer alten Kamera hantieren, hört man im Hintergrund dumpfe Bombenexplosionen. Für die alten  jüdischen Damen, die Clemens Krauss für seine Videoarbeit „Berliner Runde“ interviewte, ragen indes kleine Freuden hervor, wenn sie an ihre Kindertage zurückdenken, die Schatten scheinen in tiefere Seelenschichten verkramt.

Der kubanisch-amerikanische Fotograf, Videokünstler und Zeichner Anthony Goicolea spielt in narzisstischen Selbstporträts Szenen aus Kindheit und Adoleszenz in einer Mischung aus Humor und Horror durch, während die farbenfrohen Malereien von Ryan Mosley, Peter Stauss und Edouard Baribeaud von ambivalenten Figuren bevölkert sind und die Phantasiewesen der nigerianischen Bildhauerin Sokari Douglas Camp zwischen schamanistischen Transformationsriten und der populären Film- und Spielewelt angesiedelt erscheinen.

Nur noch eine flüchtige Erinnerung sind die Badeurlaube mit der Familie an der Ostsee, die die Eltern mit Super-8-Kamera festhielten. Der Potsdamer Künstler Arne Schreiber verwischt die verblassten Bilder seiner DDR-Kindheit mit flirrenden Linien noch weiter, bis sie sich in optisches Rauschen auflösen und sich Assoziationen von Ertrinken, aber auch von Schwerelosigkeit einstellen.

„Reise, Abenteuer, neue Welten, Phantasiewelten, Unterwelten, Zwischenwelten gehören in das Repertoire der Kinderbücher und der Kinderliteratur. Die Kindheit in Gesellschaften, die von Armut und Krieg geprägt sind, sieht jedoch ganz anders aus als die in liberalen westlichen Gesellschaften. Kinder und Jugendliche, die in Armut leben, Hunger, Kinderarbeit oder Krieg erleiden, erfahren eine gehemmte und oft ungesunde Entwicklung, und die bereichernden Erlebnisse der Kindheit werden nicht Teil ihres alltäglichen Lebens.“ (Mark Gisbourne, Kurator)

Vergangene Ausstellungen

Der Spiegel der Anderen/ Mirror of Alterity

Die Flüchtlinge und die Angst vor dem Fremden. Zeitgenössische Kunst aus Mittel- und Osteuropa.

Europa ist zum Zufluchtsort für die Missachteten und Verfolgten in den Kriegs- und Krisenregionen der Welt geworden. Ganz Europa? Nein, ein großer Teil der europäischen Bevölkerung fremdelt und weigert sich, die Fremden willkommen zu heißen. Es ist die Angst vor dem Unbekannten, die Emotionen aufwühlt und zum Teil fremdenfeindliche Affekte hervorruft. Vor allem im östlichen Teil Europas, sperrt sich die Mehrheit der Bevölkerungen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen - und ihre Regierungen nutzen diese Stimmung für einen zunehmend populistisch-autoritären Politikstil.

Die Ausstellung XX. Rohkunstbau „Revolution“ fand vom 06. Juli bis zum 21. September 2014 auf Schloss Roskow im Landkreis Potsdam-Mittelmark statt und folgt den Ausstellungen der vergangenen Jahre zu den Themen „Macht“ und „Moral“

Rohkunstbau XIX. MORAL

Vor dem Hintergrund von Wagners „Walküre“ beschäftigten sich zehn Künstler/innen mit Moral. Die Kunstwerke fragen nach gemeingültiger Ethik als Motiv für gesellschaftliche und individuelle Konflikte.

Rohkunstbau XVIII. MACHT

Für den XVIII. Rohkunstbau haben sich zehn bildende Künstler/innen aus fünf Na­tionen mit Symbolik und Interpretationen, aber auch mit den Folgen und dem Missbrauch von Macht auseinandergesetzt.

XVII. Rohkunstbau. ATLANTIS II "Hidden Histories - Hidden Identities"

2010 fokussierte "Atlantis II" Platons elitäre Staatsideen. Die diesjährigen zehn Künstler/innen entwickelten Arbeiten, die sich u.a. mit der Funktionalität eines vereinten Europas auseinandersetzen.

Rohkunstbau XVI. ATLANTIS I "Hidden Histories - New Identities"

Angelehnt an das Modell des mythischen Atlantis, unternahmen zehn internationale Künstler 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eine Suche nach verborgenen Geschichten und neuen Identitäten.

Rohkunstbau XV., Drei Farben - Blau Weiß ROT, Cornelia Renz, thrills, incroyable & merveilleux

Mit "Drei Farben-Blau Weiß ROT" hinterfragt der XV. Rohkunstbau mit seiner Trilogie über demokratische Grundwerte den Stand der Verwirklichung und die heutige Bedeutung des Ideals der Brüderlichkeit.

Rohkunstbau XIV. Drei Farben - Blau WEISS Rot, Ayşe Erkmen

Im zweiten Teil der Trilogie "Drei Farben-Blau WEISS Rot" positionieren sich eine Vielzahl bildender und darstellender Künstler zur Gleichheit -demokratischer Grundwert schlechthin- in Schloss Sacrow.

Rohkunstbau 2006, Drei Farben, Not For You, Monica Bonvicini

Mit "Drei Farben–BLAU Weiß Rot" beginnt ein neuer Abschnitt im Rohkunstbau-Projekt, der demokratische Grundwerte erforscht. Viel persönliche Freiheit ist hier möglich – wie viel ist tatsächlich nötig?

Rohkunstbau

Seit 1994 steht die Ausstellung Rohkunstbau für leidenschaftliches Engagement bei der Förderung von zeitgenössischer Kunst und Kultur genauso wie für die Wiederentdeckung und Neubelebung fast vergessener Kulturstätten in den ländlichen Regionen Brandenburgs.

Praktikum

Aktuelle Praktikumsausschreibung ROHKUNSTBAU (pdf)

Aktuelles

Von links nach rechts: Inka Thunecke, Stephan Humer, Hamid Sulaiman.

Welche Rolle spielt das Internet bei der Radikalisierung junger Menschen? Worin liegt die Attraktivität der Präsentation des Islamischen Staates (IS) in den Sozialen Medien? Darüber diskutierten am Sonntag, den 28. August 2016 der Internetsoziologe Stephan Humer und der syrische Künstler Hamid Sulaiman am Rande der derzeit in Roskow (Potsdam-Mittelmark) stattfindenden Kunstausstellung „Zwischen den Welten – Between the worlds“ des XXII. Rohkunstbau.

Veranstaltung mit Christin Lüttich und Mohammad Abu Hajar

So etwas hatte es in Syrien noch nicht gegeben: Musik in einer Moschee? Ein absolutes No-Go. Aber im Frühjahr 2011 wurde in vielen Moscheen des Landes ein Klagelied angestimmt. „Schande über euch!“, war der Titel des Songs, in dem Samir Chkeir, ein bis dahin wenig bekannter Musiker, gegen den Terror des Assad-Regimes ansang und der sich wie ein Lauffeuer über Syrien verbreitete.

10. Juli 2016 – 18. September 2016, Schloss Roskow
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, 12-18 Uhr
Eröffnung: 09. Juli 2016, 15.00 Uhr

 Philipp Lachenmann, Pleyades Series (Polyeder_3), 2015

Vom 21. Juni 2015 bis 06. September 2015 ist die Ausstellung Rohkunstbau zum Thema „Apokalypse“ zu sehen. Auf Schloss Roskow im Landkreis Potsdam-Mittelmark werden vor historischer Kulisse weitgehend ortsspezifische Arbeiten von elf Künstler/innen aus acht Nationen gezeigt.

Begrüßungsreden zur Ausstellungseröffnung mit Mark Gisbourne (Kurator), Ulrike Grelck (Co-Kuratorin), Inka Thunecke (Geschäftsführerin Heinrich-Bölll-Stiftung Brandenburg), Dr. Arvid Boellert (Gründer Rohkunstbau) und Schlossherr Bodo Krug von Nidda. (v.l.n.r.)
von

Eingetaucht in strahlenden Sonnenschein wurde am 05. Juli 2014 die  Jubiläumsausstellung zum 20. Rohkunstbau auf Schloss Roskow eröffnet. Rund 500 Besucherinnen und Besucher kamen zur Vernissage in das beschauliche Dorf, um sich vor der malerischen Kulisse des Schlosses und Schlossparks die Arbeiten der internationalen Künstler/innen zum diesjährigen Thema „Revolution“ anzuschauen.

Subscribe to RSSSubscribe to RSS